Fotomontage zur Veranschaulichung

Die Überschrift richtet sich an die Personen auf dem Dach, man kann ja nicht ständig nach oben schauen. Denn in all den Jahren, die wir schon im Märkischen Viertel unterwegs sind, mussten wir immer wieder über Personen berichten, die es mit der Sicherheit nicht so genau nehmen.
Die Rede ist von meist jungen Menschen, ohne Angst vor der Höhe, die Absperrungen „umklettern“ und sich einen Weg auf die Dächer im Märkischen Viertel suchen. Meistens geschieht dies aus belanglosen Gründen, um die Aussicht zu genießen, oder einfach mal etwas Nervenkitzel zu erleben und dabei auch vielleicht mal einen Durstlöscher zu schlürfen.


Die drei Fotos stammen aus unserem Facebook-Beitrag vom Juni 2020

An diesem Tag, kletterten zwei junge Männer an der Apsperrung (in der Finsterwalder Straße 72) vorbei, um so auf das danebengelegene Dach zu gelangen. Auch wenn sich jetzt bestimmt so einige denken, was der ganze Aufriss soll „wir waren alle mal jung“, möchten wir folgendes trotzdem verdeutlichen. Unterläuft den „Kletterkünstlern“ an dieser Stelle ein kleiner Fehler der zum Absturz führt, fällt dieser rund 40 Meter tief, auf das Vordach, oder direkt vor den Eingangsbereich des Wohnhauses. Es ist also nicht nur lebensmüde, sondern fahrlässig und verantwortungslos, an der Stelle den Kick zu suchen. Fiele man auf eine unten stehende Person, wäre der Kick bestimmt für beide heftig, zugleich aber auch der letzte im Leben.

„Sicherung“ am Notbalkon, im 13. Stock

So abwegig ist das nicht, schließlich hat der Vermieter sich etwas einfallen lassen, um das beklettern zu erschweren. Genau das führt jedoch zur gefährlichen Tücke. Denn wie oben schon argumentiert, waren wir alle mal Jung und kennen die kreativen Ideen junger (oder älterer) Menschen, wenn es um die Suche nach Freiheit geht. An der Absperrung wird einfach vorbeigeklettert. In diesem Fall, ist es aber fast schon die direkte Suche nach dem Freitod und da sollte man nicht einfach zusehen und warten bis es zu Unfällen kommt. Es ist nur eine Frage der Zeit, denn nicht nur in der Finsterwalder Straße 72 wird solch ein Klettersport betrieben. Dieses Problem gibt es am Senftenberger Ring 70,72,79,89,92,93,95, der Finsterwalder Straße 102 und wahrscheinlich noch einigen Wohnhäusern mehr im Märkischen Viertel.

Wir möchten weder Kletterer noch Vermieter anprangern. Viele lieben einfach schöne Aussichten und klar möchte der Vermieter nicht jeden Notbalkon wie ein Gefängnis abriegeln. Wir haben ja auch nicht an jeder Bordsteinkante einen Zaun, nur weil auf der Straße Autos fahren. Doch an auffälligen Stellen, gibt es Zebrastreifen und Ampeln, sollte es also nicht auch für kritische Stockwerke etwas mehr Sicherheit geben? Oder einfach einen Ort als Ausgleich?

Eindrucksvolle Aussicht in der Finsterwalder Straße. Das Foto wurde durch die abgeschlossene Tür/Fenster im Flur geschossen. Diese bietet einen tollen Vorgeschmack der Aussicht die man hat wenn man aufs Dach klettert.

Frei zugängliche und gesicherte Aussichtsplattformen, gegen die Neugier, zum Beispiel. Vielleicht wäre es an den besagten Notbalkonen aber sinnvoller, diese mit Sicherheitsglas zu schließen, so wie überall im ersten Stock. Dies dient wahrscheinlich dazu, das Vordach vor dem Betreten zu schützen.

Bleibt die Frage was wichtiger ist, ein Vordach, oder Menschenleben?

Zusatz-Information: Der Beitrag dient der Aufklärung und Feststellung von Missständen. Wir möchten zuvorkommen, denn wir haben keinen Anreiz an einer Überschrift wie von diesem Beitrag hier: Immer wieder turnen Jugendliche auf dem Dach herum – jetzt gab es einen Unfall.

Von Lux

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