Im Märkischen Viertel und in Reinickendorf kommt es immer wieder vor, dass Menschen auf verletzte, geschwächte oder scheinbar hilflose Wildtiere treffen. Füchse zwischen Wohnhäusern, junge Vögel auf Gehwegen, verletzte Tauben, Eichhörnchen oder auch Wildtiere nach Verkehrsunfällen.
Viele möchten helfen und genau das führt oft zu Unsicherheit:
Braucht das Tier wirklich Hilfe.
Wer ist zuständig.
Und was sollte man besser nicht tun.
Nach Gesprächen mit ehrenamtlichen Helfern aus dem Bereich Wildtierhilfe zeigt sich vor allem eines:
Nicht jede Situation ist sofort ein Notfall. Oft hilft bereits eine telefonische Einschätzung durch erfahrene Ansprechpartner.
Gerade jetzt im Frühjahr beginnt außerdem die Zeit der Wildtieraufzucht. Jungtiere werden deshalb häufig vorschnell eingesammelt, obwohl die Elterntiere weiterhin in der Nähe sind. Das betrifft unter anderem Vögel, Eichhörnchen oder Rehkitze.
Wichtig ist deshalb:
• Tiere möglichst erst beobachten
• Nicht sofort anfassen oder mitnehmen
• Hunde und Kinder fernhalten
• Verletzte Tiere nicht bedrängen
• Bei Unsicherheit fachliche Hilfe kontaktieren
Polizei oder Feuerwehr kommen in der Regel dann zum Einsatz, wenn Gefahr in Verzug besteht. Zum Beispiel wenn ein Tier eingeklemmt ist, sich auf der Fahrbahn befindet oder eine Gefahr für Menschen oder den Verkehr entsteht.
Bei schwer verletzten Wildtieren oder offensichtlichen Notlagen können außerdem Stadtjäger hinzugezogen werden. Diese Einsätze werden meist über Polizei oder Ordnungsamt koordiniert.
Viele Hilfen im Bereich Wildtierrettung werden ehrenamtlich organisiert. Die Helfer sind untereinander oft gut vernetzt und können je nach Tierart an die passenden Stellen weitervermitteln.
Eine große Hilfe bietet die Seite Wildtier SOS: https://wildtier-sos.de/
Dort gibt es viele übersichtliche Informationen und Anleitungen für unterschiedliche Situationen.
Unter anderem zu:
• verletzten Wildtieren
• Wildunfällen
• Jungvögeln
• Füchsen und anderem Raubwild
• Igeln
• Eichhörnchen
• Fledermäusen
• Wasservögeln
• Greifvögeln
• Amphibien und Reptilien
Die Tutorials:
https://wildtier-sos.de/tutorials
Dort wird unter anderem erklärt:
• wie man Unfallstellen absichert
• wann ein Tier wirklich Hilfe braucht
• wie Tiere stressfrei gesichert werden können
• wann Abstand wichtiger ist als Eingreifen
• welche Tiere wehrhaft sein können
• wie man Helfern richtige Informationen durchgibt
Wichtig bei jeder Meldung:
• Welches Tier ist betroffen
• Wo genau befindet sich das Tier
• Wie sieht die Situation aus
• Ist das Tier verletzt oder orientierungslos
• Wenn möglich Fotos oder Videos machen
Hilfreiche Kontakte und Anlaufstellen
Wildtierrettung
0162 / 3177177
Wildtierhilfe Potsdam
0176 / 22792833
Tierrettung Potsdam
0151 / 70121202
Fuchs Notfälle Brandenburg
0162 / 4660490
Eichhörnchen Notruf
0700 / 20020012
Wildtiernah Berlin
030 / 5168168
Wildvogelhilfe Notfälle
über Facebook erreichbar
Tauben Notfallmeldung
über Facebook erreichbar
Auch der Berliner Senat stellt Informationen zum Umgang mit Wildtieren bereit: https://www.berlin.de/
Wir bedanken uns außerdem bei SonJa, Initiatorin der Seite Fuchs Notfälle BB, für die Hinweise, Informationen und die Unterstützung zu diesem Thema.
Wildtiere gehören inzwischen für viele Menschen zum Alltag im Märkischen Viertel. Umso wichtiger ist es, Situationen richtig einzuordnen und nicht vorschnell zu handeln. Manchmal braucht ein Tier Hilfe. Manchmal braucht es vor allem Abstand.
