Vom Durchgangsort zur Skateanlage – Wie sich der Platz am Senftenberger Ring verändert hat

Wer heute am Skatepark neben der Märkischen Zeile vorbeiläuft, sieht Scooter, BMX Räder, Skateboards und Jugendliche auf der Fläche unterwegs. Viele kennen den Ort nur so.

Auf älteren Aufnahmen sieht derselbe Bereich allerdings völlig anders aus.

Dort, wo heute Rampen, Rails und Fahrflächen stehen, befand sich früher eine abgesenkte Betonfläche mit Mauern, Treppen und einzelnen Tischtennisplatten. Einen direkten Übergang von der Märkischen Zeile zum heutigen Skatepark gab es damals noch nicht. Wer vom Märkischen Zentrum Richtung Mittelfeld lief, musste mehrere Stufen hinuntergehen.

Die Fläche wurde zwar genutzt, hatte aber kaum eine klare Funktion. Menschen trafen sich dort, saßen auf den Mauern oder an den Tischtennisplatten und verbrachten ihre Zeit auf dem Platz. Für viele wirkte der Bereich eher wie ein Reststück zwischen Einkaufszentrum, Straßen und Grünanlage.

Bis 2012 gab es im Märkischen Viertel außerdem keine öffentliche Skateanlage. Viele Jugendliche fuhren deshalb am Brunnen vor dem Fontane Haus. Mit dem Umbau des Fontane Hauses verschwand diese Möglichkeit.

Im Rahmen des Stadtumbaus West begann deshalb 2012 der Bau der heutigen Skateanlage am Senftenberger Ring. Entscheidend war damals, dass Jugendliche selbst an der Planung beteiligt wurden. In mehreren Workshops diskutierten Skater aus dem Viertel gemeinsam mit den Planern des Büros Wallmann über Aufbau, Elemente und Nutzung der Fläche.

Quelle: Archiv

Einige Ideen stammten direkt aus der bisherigen Skateszene im Märkischen Viertel. Bestimmte Elemente vom früheren Platz am Fontane Haus wurden bewusst übernommen. Gleichzeitig sollte die neue Anlage nicht abgeschottet wirken, sondern offen in den öffentlichen Raum eingebunden werden.

Quelle: Archiv
Quelle: https://www.nachhaltige-erneuerung.berlin.de/maerkisches-viertel/skater-park/plaene-grafiken

Ende 2012 war die Anlage nutzbar. Im April 2013 wurde sie offiziell eröffnet. 2014 kamen die Graffiti Gestaltungen hinzu. 2015 folgte die Erweiterung mit Bowl und weiteren Fahrflächen.

Mit dem neuen Mittelfeldsteg und den barrierefreien Wegen änderte sich auch die Verbindung zwischen Märkischer Zeile, Atrium, Packereigraben und Mittelfeld. Aus dem früher abgesenkten Betonbereich wurde ein sichtbarer Treffpunkt mitten im Viertel.

Heute wird der Platz nicht nur zum Skaten genutzt. Durch die offene Lage direkt am Märkischen Zentrum entstehen dort täglich Begegnungen. Jugendliche fahren zusammen, sitzen auf der Anlage, helfen sich gegenseitig bei Reparaturen oder verbringen einfach Zeit dort.

Auch Projekte wie die Toolbox von Gangway Reinickendorf Nord gehören inzwischen zum Alltag am Platz. Die Anlage ist dadurch nicht nur Sportfläche geworden, sondern auch ein Ort, an dem Kontakte entstehen und Menschen aus dem Viertel regelmäßig zusammenkommen.

Wenn man die alten Bilder neben die heutigen Aufnahmen legt, sieht man, wie stark sich dieser Bereich des Märkischen Viertels verändert hat. Nicht nur baulich, sondern auch darin, wie öffentlicher Raum genutzt wird.

Die historische Aufnahme stammt von Christel aus dem Märkischen Viertel. Die Bildqualität wurde digital verbessert, damit die ursprüngliche Situation besser erkennbar bleibt.


Quelle für Teile der Projektinformationen: Nachhaltige Erneuerung Berlin / Bezirksamt Reinickendorf

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