Gangway im Märkischen Viertel – Die Arbeit hinter der Toolbox am Skateplatz

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Wer am Skateplatz am Senftenberger Ring vorbeikommt, kennt die Toolbox wahrscheinlich längst. In den Sommermonaten öffnet sie dort jeden Freitag. Jugendliche können Scooter, BMX Räder und Werkzeug ausleihen, kleinere Reparaturen durchführen oder Zeit auf dem Platz verbringen. Dazu kommen Spiele, Sportequipment und Gespräche mit dem Team von Gangway.

Für viele gehört die Toolbox inzwischen selbstverständlich zum Märkischen Viertel dazu. Trotzdem wissen manche im Viertel bis heute nicht genau, wer eigentlich hinter dem Angebot steht und was dort alles passiert.

Die Toolbox wird vom Team Reinickendorf Nord von Gangway e.V. begleitet. Dazu gehören Cem, Murat, Katharina und Sandra (mit Hündin Pixie). Sie arbeiten als Streetworker im Norden Reinickendorfs und sind seit vielen Jahren auch im Märkischen Viertel unterwegs.

Streetwork bedeutet dabei vor allem, dort präsent zu sein, wo junge Menschen ihren Alltag verbringen. Auf Plätzen, an Sportanlagen, in Wohnanlagen oder an Treffpunkten im Kiez. Viele Gespräche entstehen nicht geplant, sondern nebenbei. Vertrauen entwickelt sich oft erst über längere Zeit.

Die Themen, mit denen Jugendliche auf das Team zukommen, sind unterschiedlich. Es geht um Schule, Bewerbungen, Konflikte zuhause oder Probleme mit Behörden. Teilweise geht es auch um Wohnungslosigkeit, Suchtprobleme oder schwierige familiäre Situationen. Siehe kürzlich veröffentlichtes Video des Teams.

Das Projekt Toolbox

Die Geschichte der Toolbox begann nach der Eröffnung des Skateplatzes im Jahr 2013. Jugendliche wünschten sich damals Werkzeug und Ersatzteile, um ihre Scooter, BMX Räder oder Skateboards direkt vor Ort reparieren zu können. Aus dieser Idee entwickelte sich Schritt für Schritt das heutige Projekt.

Inzwischen ist die Toolbox weit mehr als ein Werkzeugverleih. Jugendliche helfen sich gegenseitig bei Reparaturen, erklären Tricks oder geben ihre Erfahrungen an Jüngere weiter. Wer sich mit Fahrgeräten auskennt, unterstützt andere oft ganz selbstverständlich. Dazu kommen Helme, Schutzausrüstung, Spiele und Sportangebote, die kostenlos genutzt werden können.

Bemerkenswert ist dabei, wie stark sich viele Jugendliche mit dem Ort identifizieren. Die Toolbox wird von vielen nicht als fremdes Angebot betrachtet, sondern als Teil ihres eigenen Platzes. Der respektvolle Umgang mit dem Ort scheint aus der gemeinsamen Nutzung entstanden zu sein.

Gangway beschreibt die Toolbox selbst als eine Art Talentschmiede. Ältere Jugendliche übernehmen Verantwortung, vermitteln bei Konflikten und organisieren Teile des Projekts mit. Manche begleiten das Angebot inzwischen seit vielen Jahren. Dadurch entsteht Wissen, das an die nächsten Jugendlichen weitergegeben wird.

Vieles von dieser Arbeit bleibt im Alltag unsichtbar. Gespräche, Begleitungen oder kleine Unterstützungen tauchen später oft nirgendwo auf. Trotzdem prägen sie den Alltag vieler junger Menschen im Viertel.

Gerade im Märkischen Viertel entstehen solche Beziehungen oft über lange Zeiträume. Jugendliche werden erwachsen, bleiben dem Kiez verbunden und kennen die Menschen von Gangway noch Jahre später.

Die Toolbox steht deshalb nicht nur für einen Treffpunkt am Skateplatz. Sie zeigt auch, was entstehen kann, wenn Jugendliche ernst genommen werden, Verantwortung übernehmen dürfen und feste Ansprechpartner im Viertel haben.

Ein interessantes Video über das Projekt: https://www.instagram.com/p/DYFFSwmsDDY/

Das Team Reinickendorf nord von GANGWAY e.V. bei Instagram: https://www.instagram.com/gangway_reinickendorf_nord/

Weitere Informationen zum Team Reinickendorf und zur Arbeit von Gangway gibt es unter:
https://gangway.de/teams/reinickendorf/

VonLux

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