Manchmal zeigt sich das Märkische Viertel aus einer Perspektive, die man im Vorbeigehen leicht übersieht. Von oben liegen die Häuser, Wege, Grünflächen und Wasserläufe dicht beieinander. Dazwischen bewegt sich Natur, nicht als Kulisse, sondern als Teil des Viertels.
In den Aufnahmen sind nicht nur Enten, Libellen und Vögel zu sehen. Auch eine Ratte schwimmt durch das Wasser. Stadttauben bewegen durchs Bild. Das sind keine Tiere, die man sofort mit einer Naturdokumentation verbindet. Aber genau deshalb gehören sie in diesen Blick auf das Viertel.
Natur in der Stadt besteht nicht nur aus dem, was wir schön finden. Sie besteht auch aus dem, was durch unser Verhalten entsteht. Das ist kein „normales“ Naturbild, sondern ein Hinweis darauf, wie eng unser Verhalten mit dem Zustand solcher Orte verbunden ist.
Ratten sind anpassungsfähige Tiere. Sie finden dort Nahrung, Wasser und Verstecke, wo Menschen ihnen diese Bedingungen lassen. Das bedeutet nicht, dass man sie romantisieren muss. Es bedeutet aber, dass man genauer hinschauen sollte. Weniger Müll, keine Fütterung mit Brot und mehr Verantwortung am Wasser würden vielen Problemen vorbeugen.
Auch Stadttauben sind kein Zufall. Sie sind Nachkommen von Haustauben, die der Mensch über lange Zeit gezüchtet und genutzt hat. Heute leben sie mitten unter uns. Sie verschwinden nicht, nur weil man sie ablehnt. Ein verantwortlicher Umgang kann deshalb nicht nur aus Verdrängung bestehen. Betreute Taubenhäuser können helfen, Bestände besser zu steuern, Tiere zu versorgen und Konflikte im öffentlichen Raum zu verringern.
Dieses Video zeigt also nicht nur schöne Luftaufnahmen vom Märkischen Viertel. Es zeigt auch, dass Stadt und Natur hier untrennbar zusammengehören. Wer das Viertel bewusst betrachtet, sieht Wasser, Grün, Tiere, Spuren des Menschen und die Folgen unseres Umgangs mit ihnen.
Vielleicht beginnt genau dort ein anderer Blick. Nicht weit weg, nicht im Besonderen, sondern hier, zwischen Wegen, Häusern und Wasser im Märkischen Viertel.
