Das Märkische Viertel im Szenario eines eisfreien Planeten

MEERESSPIEGEL

Die Bilder in diesem Beitrag sollen visualisieren, wie das Märkische Viertel aussehen könnte, wenn das gesamte Landeis der Erde abgeschmolzen wäre. Wissenschaftlich wäre das ein Extremszenario. Würden alle Gletscher und Eisschilde schmelzen, könnte der Meeresspiegel weltweit um etwa 60 bis 70 Meter steigen. NASA und USGS nennen dafür Werte von mehr als 60 Metern beziehungsweise rund 70 Metern.

Für Berlin würde das viel bedeuten. Die Stadt liegt im Schnitt nur einige Dutzend Meter über dem heutigen Meeresspiegel. Das Märkische Viertel liegt je nach Messpunkt etwa um 50 Meter über dem Meeresspiegel. Bei einem Anstieg um rund 70 Meter stünde das Wasser hier also ungefähr 15 bis 25 Meter hoch. Viele Erdgeschosse, Straßen, Grünflächen, Haltestellen und Plätze wären verschwunden. Von höheren Wohnhäusern würden nur noch obere Etagen und Dächer aus dem Wasser ragen.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Nordpol und Landeis. Das arktische Meereis schwimmt bereits im Wasser. Wenn es schmilzt, lässt es den Meeresspiegel kaum steigen. Anders ist es bei Grönland, der Antarktis und den Gebirgsgletschern. Dieses Eis liegt auf Land. Wenn es ins Meer gelangt, steigt der Pegel.

Ein eisfreier arktischer Sommer könnte nach heutigen Studien bereits vor 2050 auftreten. Das bedeutet aber nicht, dass Berlin dadurch unter Wasser steht. (Nature) Das hier gezeigte Bild vom überfluteten Märkischen Viertel wäre erst denkbar, wenn über sehr lange Zeiträume auch große Teile Grönlands und der Antarktis verschwinden. Die Antarktis enthält den größten Teil dieses Eises. Solche Prozesse werden in wissenschaftlichen Modellen über viele Jahrhunderte bis Jahrtausende betrachtet, nicht als Ereignis unserer Lebenszeit.

Die Bilder sollen deshalb keine Panik auslösen. Sie zeigen nicht, was morgen passiert. Sie machen sichtbar, was sonst oft abstrakt bleibt: wie stark sich Orte verändern würden, wenn sich Klima und Eis über sehr lange Zeiträume weiter verschieben.

VonLux

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