Vögel im Märkischen Viertel

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Im Märkischen Viertel ist nicht nur zwischen den Häusern viel los. Zwischen Bäumen, Hecken, Wasserflächen und Grünzügen leben überraschend viele Tiere. Wer früh morgens unterwegs ist oder abends noch einmal rausgeht, merkt schnell, dass auch die Vogelwelt hier vielfältiger ist, als man im Alltag oft wahrnimmt. In dieser Rubrik sammeln wir nach und nach alle Vogelarten, die im Märkischen Viertel gesichtet und gemeldet wurden. Jede Art bekommt hier ihren eigenen Platz. Nicht als Liste zum Abhaken, sondern als kleines Nachschlagewerk aus dem Viertel für das Viertel. Mit Beobachtungen, Orten und dem, was man dazu wissen sollte.


Elster

Die Elster (Pica pica). Mit ihrem schwarz-weißen Gefieder und dem metallisch blau-grün schimmernden Schwanz ist sie unverwechselbar. Besonders im Licht wirken die dunklen Partien fast bunt, ein Detail, das man erst aus der Nähe richtig erkennt.

Elstern sind ausgesprochen intelligente Vögel aus der Familie der Rabenvögel. Sie lernen schnell, merken sich Gesichter und untersuchen ihre Umgebung mit großer Neugier. Dass eine Elster so dicht an einen Balkon oder sogar direkt vor die Kamera kommt, ist daher keine Seltenheit, sie prüfen aufmerksam, ob es dort etwas Interessantes gibt.

Vom Balkon aus hat man oft beste Beobachtungsmöglichkeiten: Elstern nutzen Geländer, Dachkanten und Bäume als Aussichtspunkte. Von dort behalten sie ihr Revier im Blick.


Blässhuhn
Das Blässhuhn (Fulica atra) gehört zu den auffälligen Wasservögeln im Märkischen Viertel. Sein tiefschwarzes Gefieder bildet einen starken Kontrast zur leuchtend weißen Stirnplatte und dem hellen Schnabel. Diese „Blässe“ ist das unverwechselbare Merkmal der Art.

Blässhühner sind am Seggeluchbecken oder Mittelfeldbecken regelmäßig zu beobachten. Sie schwimmen ruhig über das Wasser, stehen am Ufer oder ziehen zwischen Schilf und offenen Wasserflächen hin und her. Sie gehören zur Familie der Rallen.

Typisch sind auch ihre Füße: Statt Schwimmhäuten haben Blässhühner große, gelappte Zehen. Damit kommen sie im Wasser gut voran und können gleichzeitig über weichen Untergrund am Ufer laufen.

Sie sind nicht nur gute Schwimmer, sondern auch erstaunlich flinke Taucher. Blässhühner verschwinden regelmäßig unter der Wasseroberfläche, um Wasserpflanzen und kleine Wirbellose zu holen und tauchen oft ein Stück weiter wieder auf. In der Brutzeit werden sie außerdem sehr wehrhaft. Dann verteidigen sie ihr Revier konsequent und bauen schwimmende oder ufernahe Nester, meist gut versteckt im Schilf.


Kleiber

Dieses Foto hat Leserin Rosi auf dem Weg ins Zentrum geschossen, vielen Dank dafür. Zu sehen ist ein Kleiber, einer der auffälligsten und zugleich geschicktesten Baumvögel im Märkischen Viertel.

Leserfoto: Rosi, aufgenommen auf dem Weg ins Zentrum – vielen Dank!

Der Kleiber erkennt man an seinem blaugrauen Rücken, der hellen Unterseite und dem markanten schwarzen Augenstreif. Anders als Spechte oder Meisen kann er Baumstämme nicht nur nach oben, sondern auch kopfüber hinabklettern. Dabei sucht er in der Rinde nach Insekten, Spinnen und Larven. Im Herbst und Winter frisst er zusätzlich Samen und Nüsse, die er oft geschickt in Rindenspalten einklemmt, um sie aufzuhacken.

Dies ist eine künstlerische Darstellung, die auf dem Originalfoto von Leserin Rosi basiert.

Typisch für den Kleiber ist auch sein Name: Er „kleibt“ – also verklebt – den Eingang seiner Bruthöhle mit Lehm, sodass er genau die passende Größe hat. So schützt er sein Nest vor größeren Eindringlingen.

Dass man diesen Wald- und Parkbewohner auch auf dem Weg ins Zentrum beobachten kann, zeigt einmal mehr: Zwischen Häusern, Grünflächen und alten Bäumen ist das Märkische Viertel mehr Lebensraum, als man auf den ersten Blick vermutet.


Mauersegler

Kaum ein Vogel ist so eng mit dem Sommerhimmel verbunden wie der Mauersegler. Mit seinen sichelförmigen Flügeln und dem pfeilschnellen Flug zieht er hoch über den Häusern des Märkischen Viertels seine Kreise. Mauersegler verbringen fast ihr gesamtes Leben in der Luft: Sie jagen Insekten im Flug, sammeln Nistmaterial – etwa vom Wind hochgewehte Halme oder Federn – während des Fliegens und paaren sich sogar hoch oben. Nur zum Brüten kehren sie an Gebäude zurück. Typisch sind ihre schrillen „Sriii-Sriii“-Rufe, die man an warmen Abenden hört, wenn die sogenannten „Screaming Parties“ gemeinsam durch die Straßenschluchten jagen.

Das Foto ist eine Künstlerische Darstellung

Oft hört man, Mauersegler könnten nicht vom Boden starten. Das ist nicht ganz richtig, aber auch nicht völlig falsch: Gesunde Altvögel können unter günstigen Bedingungen – etwa mit etwas Wind oder leichtem Gefälle – vom Boden abheben. Aufgrund ihrer extrem kurzen Beine und langen Flügel ist dies jedoch sehr schwierig. Ein Mauersegler am Boden ist daher fast immer ein Notfall. Meist handelt es sich um entkräftete Tiere oder Jungvögel, die Hilfe benötigen. In solchen Fällen sollte man das Tier niemals in die Luft werfen, sondern fachkundige Unterstützung über spezialisierte Mauerseglerhilfen suchen.

Besonders faszinierend ist, wie Mauersegler die Nacht verbringen. Da sie oft monatelang nicht landen, ruhen sie während des Fliegens. Forschungen deuten darauf hin, dass sie dabei den sogenannten halbseitigen Slow-Wave-Schlaf nutzen, bei dem eine Gehirnhälfte aktiv bleibt. Zudem gibt es Hinweise, dass Mauersegler während kurzer Gleitphasen auch beide Gehirnhälften gleichzeitig in einen sehr kurzen Tiefschlaf versetzen können. Diese sekundenlangen Ruhephasen reichen offenbar aus, um sich zu erholen und dennoch die Orientierung zu behalten.

Obwohl das Märkische Viertel mit seinen hohen Gebäuden wie eine natürliche Felslandschaft auf die Vögel wirkt, schwindet ihr Lebensraum. Bei modernen energetischen Sanierungen werden häufig die kleinen Nischen, Spalten und Öffnungen unter Dachkanten verschlossen, die Mauersegler als Brutplätze nutzen. Da sie extrem standorttreu sind, kreisen viele Tiere jahrelang vergeblich vor ihren früheren Nistplätzen. Der Schutz bestehender Brutplätze oder das Anbringen spezieller Nistkästen an der Fassade ist daher entscheidend, damit das charakteristische Rufen auch in Zukunft zum Sommer im Viertel gehört. Im Märkischen Viertel wurden nach der energetischen Modernisierung an mehreren Gebäuden spezielle Nistkästen angebracht, auch für Mauersegler.

Ein kleiner Tipp für den Ernstfall: Wer einen Mauersegler findet, sollte sich an die Deutsche Mauerseglergesellschaft oder andere spezialisierte Hilfsstellen wenden.

Hinweis: Mauersegler sind extrem schnell und sitzen kaum still. Ein wirklich scharfes eigenes Foto ist uns bisher nicht gelungen. Deshalb nutzen wir für die Beitragsgrafik eine künstlerische Darstellung. Ein eigenes Foto im Flug ist zusätzlich dabei, auch wenn die Details darauf schwer zu erkennen sind.


Die Mehlschwalbe
Die Mehlschwalbe gehört zu den typischen Sommergästen im Viertel und doch bemerkt man sie oft erst, wenn man genauer hinsieht. Mit ihrem glänzend blauschwarzen Rücken, der weißen Unterseite und dem deutlich gegabelten Schwanz fliegt sie pfeilschnell durch die Luft, meist hoch über Häusern, Wegen und Grünflächen. Anders als viele andere Vögel sitzt sie nur selten lange still, doch manchmal nutzt sie Geländer, Stangen oder Kanten als kurzen Rastplatz zwischen den Flügen.

Künstlerische Darstellung

Mehlschwalben sind ausgesprochene Gebäudebrüter. Ihre geschlossenen, halbkugeligen Nester aus Lehm bauen sie bevorzugt an Fassaden, unter Dachvorsprüngen oder Balkonen. Damit sind sie seit jeher eng mit menschlicher Bebauung verbunden. Gleichzeitig gelten sie als Kulturfolger mit Problemen: Versiegelte Flächen, fehlender Lehmboden und Sanierungen ohne Nistmöglichkeiten haben ihre Bestände vielerorts zurückgehen lassen. Umso bemerkenswerter sind Beobachtungen im Märkischen Viertel, die zeigen, dass diese Art hier zumindest zeitweise noch präsent ist.

Einordnung: Wie uns Ornithologe Johannes Schwarz (Mitautor der am Ende verlinkten Brutvogelstudie) schrieb, hat die Mehlschwalbe in Berlin in den letzten Jahren deutlich abgenommen, die genauen Ursachen seien jedoch weiterhin nicht eindeutig geklärt. Faktoren wie Nistmaterialmangel, Vergrämung und fehlende Nistmöglichkeiten könnten dabei eine Rolle spielen. Spannend ist seine Einschätzung, dass Insektenmangel vermutlich nicht der alleinige Auslöser ist, da bei anderen Arten, die ebenfalls von „Luftplankton“ leben (z. B. Rauchschwalbe und Mauersegler), keine vergleichbaren Bestandsverluste beobachtet würden.

Hinweis zur Darstellung
Das hier gezeigte Bild der Mehlschwalbe ist eine künstlerische Darstellung. Schwalben gehören zu den schnellsten und wendigsten Vögeln. Trotz vieler Versuche ist es uns bislang nicht gelungen, ein technisch und inhaltlich überzeugendes eigenes Foto aufzunehmen, die vorhandenen Aufnahmen waren nicht ausreichend verwertbar. Um die Art dennoch sichtbar zu machen, haben wir uns bewusst für eine künstlerische Darstellung entschieden. Das Mehlschwalben tatsächlich im Märkischen Viertel vorkommen, ist dabei keine Annahme: Die wissenschaftliche Brutvogelstudie „Brutvögel 1991 im Märkischen Viertel“, die wir am Ende dieses Beitrags verlinkt haben, belegt ihr Vorkommen im Gebiet. Die Darstellung steht somit stellvertretend für eine Art, die nachweislich Teil der Vogelwelt unseres Viertels ist, auch wenn man sie oft nur als schnellen Schatten am Himmel wahrnimmt.


Drosseln

Auch Drosseln sind im Märkischen Viertel zu beobachten. Auf einem Leserfoto ist ein Tier zu sehen, das sich für uns nicht eindeutig einer Art zuordnen lässt. Die gefleckte Brust mit pfeilförmigen Zeichnungen erinnert an eine Singdrossel. Gleichzeitig wirkt der helle Bereich im Gesicht so, dass auch eine Rotdrossel, Misteldrossel oder weibliche Amsel in Frage kommen könnte.

Alle dieser Arten gehören zur gleichen Familie und sehen sich auf den ersten Blick sehr ähnlich. Lichtverhältnisse, Jahreszeit und Perspektive können einzelne Merkmale abschwächen oder stärker erscheinen lassen. Gerade auf Fotos ist eine sichere Bestimmung nicht immer möglich. Entscheidend wären Details wie ein deutlich ausgeprägter heller Überaugenstreif oder rostfarbene Flanken, die hier nicht klar zu erkennen sind.

Vielleicht erkennt jemand ein Merkmal, das den Ausschlag gibt. Wenn du Erfahrung mit Drosseln hast oder einen Hinweis zur Bestimmung geben kannst, melde dich gern. Das Märkische Viertel wird auch durch gemeinsames Hinschauen verständlicher.

Die Amsel (Schwarzdrossel) gehört zu den bekanntesten und am häufigsten gesehenen Vögeln in Parks, Gärten und Grünanlagen. Das hier gezeigte Tier ist ein Männchen, gut erkennbar am tiefschwarzen Gefieder und dem leuchtend gelben Schnabel mit dem gelben Augenring. Amseln wirken oft selbstbewusst und lassen sich auch in der Nähe von Menschen kaum stören.

Besonders auffällig ist ihr Gesang, der vor allem in den frühen Morgen- und Abendstunden weit zu hören ist. Mit klaren, melodischen Strophen prägt die Amsel die Klangkulisse vieler Wohngebiete. Am Boden hüpfend oder kurz stehenbleibend sucht sie nach Würmern, Insekten, Beeren und Fallobst, wie auf dem Foto gut zu sehen.


Teichhuhn

Das Teichhuhn gehört zu den eher unauffälligen, aber festen Bewohnern von Teichen, Seen und langsam fließenden Gewässern. Mit seinem dunklen Gefieder, dem schlanken Körper und den langen Beinen bewegt es sich geschickt zwischen Gras, Schilf und flachen Uferbereichen. Auffällig sind die weißen Flankenstreifen, die beim Laufen oder Schwimmen gut zu erkennen sind.

Teichhühner halten sich meist in Wassernähe auf, verlassen diese aber regelmäßig, um auf Wiesen und feuchten Grünflächen nach Nahrung zu suchen. Sie sind vorsichtig und ziehen sich bei Störungen schnell ins dichte Uferbewuchs zurück. Oft bemerkt man sie erst, wenn sie plötzlich aus dem Gras hervortreten oder leise rufend das Wasser überqueren.


Mandarinenten

Die Mandarinente gehört zu den auffälligsten Entenarten, die man hier beobachten kann. Besonders die Männchen fallen mit ihrem leuchtenden Gefieder sofort ins Auge: kräftiges Orange, Grün, Blau und Weiß bilden ein fast exotisches Farbenspiel. Die Weibchen sind deutlich schlichter gefärbt, überwiegend braun-grau mit hellem Augenring, zurückhaltend, aber elegant.

Foto: Leserin Rosi

Ursprünglich stammt die Mandarinente aus Ostasien. In Europa ist sie keine heimische Art, hat sich aber vielerorts angesiedelt, vor allem an ruhigen Seen, Teichen und Parkgewässern. Dort hält sie sich oft etwas abseits der großen Entengruppen auf und wirkt insgesamt ruhiger als Stockenten.

Mandarinenten sind Baumbrüter. Sie nutzen alte Baumhöhlen oder Nistkästen in Gewässernähe, was sie deutlich von vielen anderen Entenarten unterscheidet. Häufig sieht man sie paarweise oder in kleinen Gruppen, manchmal auch gemeinsam mit Stockenten, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.


Kanadagänse

Kanadagänse gehören inzwischen fest zum Bild der Seen und Wiesen im Märkischen Viertel. Man sieht sie meist in kleinen Gruppen am Ufer, auf Rasenflächen oder langsam ziehend zwischen Wasser und Land. Mit ihrem schwarzen Hals, der weißen Wangenzeichnung und dem kräftigen Körper sind sie gut zu erkennen.

Kanadagänse sind ursprünglich nicht heimisch, haben sich aber seit Jahren in Berlin etabliert. Sie sind standorttreu und nutzen die offenen Flächen rund um die Gewässer zum Fressen und Ruhen. Dabei wirken sie oft gelassen, können aber vor allem während der Brutzeit sehr aufmerksam und durchsetzungsfähig sein.

Auf dem einen Bild sind Kanadagänse gemeinsam mit Stockenten zu sehen. Diese Nähe ist im Viertel nichts Ungewöhnliches. Die Arten nutzen ähnliche Lebensräume, gehen sich meist aus dem Weg und haben feste Routinen entwickelt. Während Enten eher beweglich bleiben, stehen Gänse oft länger an einem Ort und behalten ihre Umgebung genau im Blick.


Stockenten im Märkischen Viertel

Stockenten gehören zu den häufigsten Wasservögeln im Märkischen Viertel. An Seen, Teichen und Uferbereichen sind sie fast das ganze Jahr über präsent. Oft schwimmen sie paarweise oder in kleinen Gruppen, manchmal ruhen sie auch am Rand auf Mauern, Wegen oder Wiesen.

Der Erpel ist gut an seinem grün schimmernden Kopf, der gelben Schnabelfarbe und dem grauen Körper zu erkennen. Die Ente ist unauffälliger gefärbt, mit braunem, gemustertem Gefieder. Diese unterschiedliche Färbung dient vor allem dem Schutz während der Brutzeit.

Stockenten sind sehr anpassungsfähig. Sie kommen mit unterschiedlichen Gewässern zurecht und nutzen sowohl natürliche Ufer als auch künstliche Becken. Ihre Nahrung ist vielseitig und reicht von Wasserpflanzen bis zu kleinen Wirbellosen. Gleichzeitig suchen sie häufig die Nähe zu Menschen, ohne dabei wirklich zutraulich zu sein.


Saatkrähen

Auf offenen Wiesen und Grünflächen lassen sich manchmal Saatkrähen beobachten. Sie treten häufig paarweise oder in kleinen Gruppen auf und halten sich bevorzugt am Boden auf, wo sie nach Nahrung suchen. Ihr vollständig schwarzes Gefieder und der helle, unbefiederte Bereich an der Schnabelbasis unterscheiden sie von anderen Krähenarten.

Saatkrähen sind sehr soziale Vögel. Sie leben meist in Kolonien und nutzen feste Schlaf und Sammelplätze. Auch im Viertel bewegen sie sich gezielt zwischen Wiesen, Bäumen und Randbereichen von Straßen. Dabei wirken sie ruhig und konzentriert, fast immer mit dem Blick auf den Boden gerichtet.

Im Vergleich zu Nebelkrähen sind Saatkrähen weniger an einzelne Straßen oder Gebäude gebunden. Sie bevorzugen offene Flächen und größere Grünzüge. Dass sie im und am Rande vom Märkischen Viertel vorkommen, zeigt die Bedeutung dieser Freiräume im ansonsten dicht bebauten Umfeld.


Schwäne

Schwäne sind sehr auffällige Wasservögeln im Märkischen Viertel. An unseren Becken und Uferwiesen sind sie regelmäßig zu beobachten. Oft gleiten sie ruhig über das Wasser, manchmal stehen sie an Land oder ziehen ihre Jungen in geschützten Bereichen groß.

Auf den Bildern sind sowohl ausgewachsene Höckerschwäne als auch Jungtiere zu sehen. Jungschwäne tragen zunächst ein graues Gefieder und wirken deutlich zierlicher. Erst im Laufe der Monate färbt sich ihr Gefieder langsam weiß. Diese Entwicklungsphase macht gut sichtbar, dass Schwäne nicht von Anfang an das typische Erscheinungsbild haben, das viele mit ihnen verbinden.

Schwäne sind sehr standorttreu. Haben sie ein Gewässer einmal angenommen, bleiben sie oft über Jahre. Während der Brutzeit reagieren sie sensibel auf Störungen und verteidigen ihr Revier konsequent. Außerhalb dieser Phase wirken sie meist gelassen, behalten ihre Umgebung aber stets im Blick.


Nebelkrähen

Die im Märkischen Viertel häufig zu sehenden Krähen sind Nebelkrähen. Sie lassen sich gut an ihrem zweifarbigen Gefieder erkennen. Schwarzer Kopf, schwarze Flügel und ein grauer Körper. Dieses Erscheinungsbild unterscheidet sie deutlich von der vollständig schwarzen Rabenkrähe, die in anderen Regionen verbreitet ist.

Nebelkrähen sind sehr anpassungsfähig und gehören zu den intelligentesten Vögeln im urbanen Raum. Sie nutzen Geländer, Mauern, Brunnenränder und Bäume als erhöhte Beobachtungspunkte. Von dort aus behalten sie Straßen, Wege und Grünflächen im Blick. Verkehr und menschliche Nähe sind für sie Alltag, dennoch wahren sie meist eine klare Distanz.

Im Märkischen Viertel sind sie ganzjährig präsent. Mal einzeln, mal zu zweit oder in kleinen Gruppen. Sie bewegen sich selbstsicher durch das Viertel und wissen genau, wo sie Nahrung finden und wo es ruhiger ist. Dabei wirken sie oft gelassen, fast nachdenklich, aber immer aufmerksam.


Spechte im Märkischen Viertel

Auch Spechte gehören zur Vogelwelt im Märkischen Viertel. Man sieht sie meist kurz und gezielt. Am Stamm eines Baumes, auf einem Ast oder plötzlich im Flug von einem Grünzug zum nächsten. Ihre Anwesenheit verrät viel über den Zustand der Bäume und Grünflächen im Viertel.

Auf den vorliegenden Fotos sind zwei unterschiedliche Spechtarten zu erkennen. Zum einen der Grünspecht. Er fällt durch sein grünliches Gefieder, den roten Kopfbereich und seine Vorliebe für den Boden auf. Grünspechte suchen ihre Nahrung häufig auf Wiesen und offenen Flächen, wo sie Ameisen aufnehmen. Man sieht sie deshalb oft weniger am Stamm hämmernd, sondern eher laufend oder kurz aufgerichtet am Boden.

Zum anderen ist ein Buntspecht zu sehen. Er ist kontrastreicher gefärbt, mit schwarzen, weißen und roten Partien, und deutlich stärker an Bäume gebunden. Buntspechte sind typische Klopfer. Sie suchen Insekten unter der Rinde, hacken Höhlen und nutzen alte Bäume oder dicke Äste als Lebensraum. Ihre Trommelgeräusche sind im Frühjahr oft weithin zu hören.


Eichelhäher

Der Eichelhäher gehört zu den auffälligeren, aber nicht immer leicht zu entdeckenden Vögeln im Märkischen Viertel. Mit seinem warmen braunen Gefieder und den leuchtend blauen Flügelfedern fällt er vor allem dann auf, wenn er kurz innehält oder zwischen den Bäumen wechselt. Oft verrät er sich eher durch seinen rauen Ruf als durch sein Aussehen.

Eichelhäher sind intelligent, aufmerksam und sehr wachsam. Sie halten sich gern in baumreichen Bereichen, an Waldrändern und größeren Grünzügen auf, nutzen aber auch die Nähe zu Wohngebieten. Besonders bekannt sind sie dafür, im Herbst Eicheln und andere Samen zu verstecken. Viele dieser Verstecke werden nicht wiedergefunden und tragen so zur Verbreitung von Bäumen bei.


Eisvogel

Auch der Eisvogel ist im Märkischen Viertel schon gesichtet worden. An der Skaterbahn am Senftenberger Ring wurde vor einiger Zeit ein Tier beobachtet und fotografiert. Seine leuchtenden Farben fallen selbst im Winter sofort auf. Blaugrünes Gefieder am Rücken, dazu eine orangefarbene Brust.

Eisvögel gelten als eher scheu und sind an saubere, fischreiche Gewässer gebunden. Meist sitzen sie ruhig auf einem Ast oder einer niedrigen Kante über dem Wasser und warten. Sobald sie Beute entdecken, tauchen sie schnell und gezielt ein. Gesang hört man von ihnen kaum. Stattdessen fällt ihr kurzer, hoher Ruf auf, meist im Flug.

Dass ein Eisvogel hier auftaucht, ist keine Selbstverständlichkeit. Es zeigt, dass einzelne Bereiche im Viertel zeitweise Bedingungen bieten, die auch empfindlichere Arten nutzen können. Solche Beobachtungen bleiben oft zufällig und selten, machen aber deutlich, wie vielfältig das Leben rund um die Gewässer im Märkischen Viertel sein kann, wenn man genau hinschaut.


Haussperlinge

Haussperlinge, meist einfach Spatzen genannt, gehören zu den vertrautesten Vögeln im Märkischen Viertel. Man begegnet ihnen fast überall. Auf Mauern, Geländern, Baumstümpfen oder Dächern. Sie leben in enger Nähe zum Menschen und nutzen das, was das Viertel bietet.

Spatzen sind ausgesprochen soziale Vögel. Sie treten fast immer in kleinen Gruppen auf, beobachten ihre Umgebung aufmerksam und bleiben selten lange allein. Ihr Alltag spielt sich zwischen Gebäuden, Grünflächen und Wegen ab. Sie suchen Nahrung am Boden, ruhen auf erhöhten Plätzen und verschwinden schnell wieder in Hecken oder Spalten.

Trotz ihrer ständigen Präsenz sind Haussperlinge keine Selbstverständlichkeit mehr. In vielen Städten gehen ihre Bestände zurück, weil Nistplätze fehlen und Strukturen immer glatter und dichter werden. Umso bemerkenswerter ist es, dass sie im Märkischen Viertel weiterhin sichtbar zum Alltag gehören.


Möwen

Möwen verbindet man oft mit Küste und Hafen. Doch auch im Märkischen Viertel sind sie regelmäßig zu sehen. Am Seggeluchbecken auf der Finsterwalder Brücke oder am Uferwegen am Mittelfeldbecken tauchen sie immer wieder auf. Ihr Auftreten ergänzt das Bild der Wasservögel und zeigt, wie vielfältig selbst künstlich angelegte Gewässer genutzt werden.

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Dass Möwen hier auftauchen, ist kein Ausnahmefall, sondern Teil eines größeren Zusammenhangs. Städte bieten ihnen Nahrung, Wasser und Rastplätze. Im Märkischen Viertel gehören sie damit ganz selbstverständlich zur Vogelwelt, auch wenn man sie eher beiläufig wahrnimmt.


Kormorane

Auch Kormorane gehören inzwischen zum gewohnten Bild an den Gewässern im Märkischen Viertel. Am Seggeluchbecken oder Mittelfeldbecken sieht man sie regelmäßig beim Fischen oder beim anschließenden Trocknen ihres Gefieders auf Pfählen, Steinen oder Uferkanten.

Kormorane sind sehr effiziente Fischer. Sie tauchen geschickt und ausdauernd, oft mehrmals hintereinander, und nutzen die vorhandenen Fischbestände konsequent. Dass sie hier erfolgreich sind, zeigt vor allem eines: Die Gewässer bieten Nahrung und sind ökologisch nutzbar. Für die Tiere sind die Becken Jagdrevier und Ruheort zugleich.

Typisch ist das Ausbreiten der Flügel nach dem Tauchen. Das Gefieder der Kormorane ist weniger stark wasserabweisend als bei vielen anderen Wasservögeln. Durch das Trocknen sparen sie beim Tauchen Energie, auch wenn sie dabei oft auffallen und beobachtet werden.

Im Zusammenspiel mit Enten, Möwen und anderen Wasservögeln sind Kormorane ein fester Teil des Lebens hier. Ihr Auftreten wirkt manchmal dominant, gehört aber zu einem natürlichen Nebeneinander verschiedener Arten, die denselben Raum nutzen.


Graureiher

Man sieht ihn im Märkischen Viertel regelmäßig an größeren Wasserflächen, an Teichen, Becken und entlang der Gräben. Oft steht er lange regungslos am Ufer oder auf Geländern und wartet. Sein graues Gefieder, der helle Hals mit dunklem Streifen und der langsame, bedachte Gang machen ihn unverwechselbar.

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Graureiher sind keine scheuen Waldvögel mehr, sie haben sich an die Stadt angepasst und nutzen ruhige Gewässer mitten im Wohngebiet. Meist sind sie allein unterwegs. Wenn man sie entdeckt, wirken sie wie Teil der Landschaft, fast unbeweglich. Erst beim Abflug merkt man, wie groß sie wirklich sind.


Mäusebussard

Auch Greifvögel gehören zur Vogelwelt im Märkischen Viertel. Auf diesem Leserfoto ist sehr wahrscheinlich ein Mäusebussard zu sehen. Er sitzt erhöht auf einer Kante und hält Ausschau. Typisch sind der kräftige Körperbau, das dunkelbraune Gefieder und der ruhige, wachsame Blick.

Mäusebussarde sind in Berlin keine Seltenheit. Sie nutzen Grünzüge, Brachen, Parkanlagen und die Randbereiche von Siedlungen als Jagdrevier. Von erhöhten Punkten aus beobachten sie ihre Umgebung und lassen sich bei Gelegenheit auch auf Gebäuden oder technischen Bauwerken nieder. Dass sie im Märkischen Viertel auftauchen, passt gut zur Mischung aus Grünflächen, offenen Bereichen und Rückzugsorten.


Eulen

Am Abend des 1.1.2026 ist am Seggeluchbecken eine Eule entdeckt worden. Jessica hat sie gegen 22.45 Uhr in einem Baum gesehen und fotografiert. Nach dem Jahreswechsel war die Umgebung noch laut, sie vermutet, dass die Knallerei das Tier verwirrt haben könnte.

Am Seggeluchbecken, aufgenommen am 1.1.2026 gegen 22.45 Uhr. Foto: Tatsaechlich Jessica.

Auf dem Foto ist sehr wahrscheinlich eine Waldohreule ein oder Waldkauz zu sehen. Das Leuchten in den Augen wirkt im Dunkeln auffällig, entsteht aber meist durch Blitz oder starkes Licht und ist bei Eulen normal. Dass so ein Tier hier auftaucht, passt gut zur Gegend. Rund um das Märkische Viertel gibt es viele Bäume und ruhige Ecken, dazu in der Nähe größere Rückzugsräume. Sie sind in Berlin verbreitet, nur bleibt es meist beim Hören statt beim Sehen, weil sie überwiegend in der Dämmerung und nachts aktiv sind.

Am besten Abstand halten nicht anleuchten, nicht verfolgen, keine Geräusche machen. Dann kann es sich orientieren und weiterziehen. Solche Begegnungen sind eine stille Erinnerung daran, dass das Märkische Viertel auch Lebensraum ist. Man bekommt ihn nicht jeden Tag zu Gesicht, aber er ist da.

Eule in einem Baum am Seggeluchbecken, aufgenommen am 1.1.2026 gegen 22.45 Uhr. Foto: Tatsaechlich Jessica.

Stadttauben

Sie gehören zum Straßenbild wie Häuser, Wege und Haltestellen. Stadttauben. Oft gesehen, selten bewusst wahrgenommen. Auch im Märkischen Viertel leben sie zwischen Wohnblöcken, Einkaufszentren und Grünflächen. Nicht aus Zufall, sondern weil unsere Bauweise ihren ursprünglichen Lebensräumen ähnelt.

Stadttauben sind keine Wildvögel im klassischen Sinn. Sie stammen von gezüchteten Haustauben ab, die der Mensch über Jahrhunderte genutzt und später sich selbst überlassen hat. Heute leben sie in unseren Städten, angepasst an Bedingungen, die wir geschaffen haben. Sie sind ortstreu, sozial und auf Nähe angewiesen. Eigenschaften, die man erkennt, wenn man sie einen Moment länger beobachtet.

Die Aufnahme zeigt Tauben beim Baden in einer Pfütze. Sie stehen dicht beieinander, putzen ihr Gefieder, warten aufeinander. Das Bild widerspricht vielen gängigen Vorurteilen. Tauben suchen Sauberkeit. Sie pflegen sich regelmäßig und nutzen jede Möglichkeit, Wasser zu finden. Dass sie dafür oft Pfützen nutzen müssen, sagt mehr über ihre Lebensumstände als über die Tiere selbst.

Im Märkischen Viertel begegnet man ihnen an vielen Orten. Am Märkischen Zentrum, an Haltestellen, auf Plätzen und Wegen. Sie sind Teil des Viertels, auch wenn sie nicht immer willkommen sind. Ihr Verhalten zeigt, wie sehr sie auf Strukturen angewiesen sind, die Rücksicht nehmen. Feste Aufenthaltsorte, Ruhe und saubere Bedingungen würden nicht nur den Tieren helfen, sondern auch den Alltag im Viertel entspannen.

Wer genauer hinsieht, erkennt in den Stadttauben keine Plage, sondern Mitbewohner. Tiere mit Bedürfnissen, Routinen und sozialem Verhalten. Sie sind kein Randthema, sondern ein Spiegel dafür, wie wir mit Lebewesen umgehen, die wir selbst in unsere Nähe gebracht haben.

Für eine ausführlichere Einordnung, Hintergründe zur Herkunft der Stadttauben und mögliche Lösungen im Umgang mit ihnen findest du hier weitere Informationen:
https://xn--mrkischesviertel-vnb.de/die-wahrheit-ueber-stadttauben-einblicke-die-deine-meinung-aendern-sollten-20224/


Brutvögel im Märkischen Viertel – wissenschaftliche Bestandsaufnahme

Die Studie „Brutvögel 1991 im Märkischen Viertel (Berlin-Reinickendorf)“ der Berliner Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft dokumentiert die Vogelwelt des Märkischen Viertels auf wissenschaftlicher Grundlage. Untersucht wird, welche Vogelarten hier brüten, wie häufig sie vorkommen und wie sich die Bestände im Vergleich zu früheren Erhebungen (1977–1991) verändert haben.

Besonders interessant ist die Analyse der Artenzusammensetzung: Während die Gesamtzahl der Brutvogelarten nahezu konstant blieb, kam es zu deutlichen Verschiebungen zwischen einzelnen Arten und Lebensräumen. Die Studie bietet damit einen wertvollen Einblick in die ökologische Entwicklung eines großen Berliner Wohngebiets und dient bis heute als wichtige Referenz für Natur- und Vogelfreunde.

👉 Zur PDF-Datei (33 Seiten):
https://www.orniberlin.de/images/stories/BOB_pdf/bob2-maerk.pdf

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