Auf den ersten Blick sieht es nach einem Schaden aus. Eine Holzbank im Hof des Ribbeck-Hauses hat eine offene Stelle.
Wer daran vorbeigeht, könnte sagen: Die Bank ist kaputt. Das wäre nicht falsch. Eine Sitzbank soll nutzbar, sicher und gepflegt sein. Für das Team vor Ort kann so eine Stelle auch eine Aufgabe sein, weil öffentliche und gemeinschaftlich genutzte Möbel instand gehalten werden müssen.
Beim genaueren Hinsehen zeigt sich aber noch etwas anderes. In der offenen Stelle hat sich mit der Zeit Material gesammelt. Blätter sind hineingefallen, Erde ist entstanden, Feuchtigkeit konnte bleiben. Dort, wo früher ein Baum war und später eine Bank daraus wurde, findet nun wieder etwas Pflanzliches Platz.
Ein kleiner Trieb wächst in einem Zwischenraum, der sicher nicht dafür gedacht war. Er steht nicht in einem Beet, nicht in einem Pflanzkübel und nicht an einer geplanten Stelle. Er wächst dort, weil die Bedingungen dafür gereicht haben.

Das macht dieses Detail interessant. Nicht alles, was beschädigt ist, ist nur wertlos. Manches zeigt auch, wie sich Orte verändern, wenn Zeit, Nutzung und Natur zusammenkommen. Ein Loch in einer Bank bleibt ein Loch. Gleichzeitig kann es für einen Moment sichtbar machen, dass selbst in einem alten Stück Holz wieder etwas entstehen kann.
Solche Dinge fallen oft erst auf, wenn man nicht nur auf das Ganze schaut, sondern auf die Stellen dazwischen. Hier, im Garten des Ribbeck-Hauses, zeigt die beschädigte Bank wie wenig manchmal reicht, damit Leben einen Platz findet.
