Im Märkischen Viertel ist nicht nur zwischen den Häusern viel los. Zwischen Bäumen, Hecken, Wasserflächen und Grünzügen leben überraschend viele Tiere. Wer früh morgens unterwegs ist oder abends noch einmal rausgeht, merkt schnell, dass auch die Vogelwelt hier vielfältiger ist, als man im Alltag oft wahrnimmt. In dieser Rubrik sammeln wir nach und nach alle Vogelarten, die im Märkischen Viertel gesichtet und gemeldet wurden. Jede Art bekommt hier ihren eigenen Platz. Nicht als Liste zum Abhaken, sondern als kleines Nachschlagewerk aus dem Viertel für das Viertel. Mit Beobachtungen, Orten und dem, was man dazu wissen sollte.
Wir beginnen heute mit einer Art, die man selten sieht, aber oft in der Nähe hat.
Ein Waldkauz am Seggeluchbecken
Am Abend des 1.1.2026 ist am Seggeluchbecken eine Eule entdeckt worden. Jessica hat sie gegen 22.45 Uhr in einem Baum gesehen und fotografiert. Nach dem Jahreswechsel war die Umgebung noch laut, sie vermutet, dass die Knallerei das Tier verwirrt haben könnte.

Auf dem Foto ist sehr wahrscheinlich ein Waldkauz zu sehen. Typisch sind der runde Kopf ohne Federohren, das graubraune Gefieder und der ruhige, aufrechte Sitz. Das Leuchten in den Augen wirkt im Dunkeln auffällig, entsteht aber meist durch Blitz oder starkes Licht und ist bei Eulen normal. Dass ein Waldkauz hier auftaucht, passt gut zur Gegend. Rund um das Märkische Viertel gibt es viele Bäume und ruhige Ecken, dazu in der Nähe größere Rückzugsräume. Waldkäuze sind in Berlin verbreitet, nur bleibt es meist beim Hören statt beim Sehen, weil sie überwiegend in der Dämmerung und nachts aktiv sind.
Wenn man so ein Tier entdeckt, hilft vor allem Abstand. Am besten nicht anleuchten, nicht verfolgen, keine Geräusche machen. Dann kann es sich orientieren und weiterziehen. Solche Begegnungen sind eine stille Erinnerung daran, dass das Märkische Viertel auch Lebensraum ist. Man bekommt ihn nicht jeden Tag zu Gesicht, aber er ist da.
