Stadttauben im Märkischen Viertel: Zwischen Koexistenz und Verantwortung

Liebe Nachbarn im Märkischen Viertel. Heute richten wir unseren Blick auf Mitbewohner, die oft übersehen werden: die Stadttauben. Diese Vögel sind nicht nur Zeugen unseres täglichen Lebens, sondern auch Teil unserer urbanen Gemeinschaft. Doch wie kam es dazu, und warum tragen wir eine Verantwortung für ihr Wohlergehen?

Entwicklung der Stadttaubenpopulation:

Stadttauben stammen ursprünglich von gezähmten (domestizierten) Zucht- und Haustauben ab, die ihrerseits direkte Nachfahren der Felsentaube sind. Durch das Züchten entstanden die heutigen Haustauben, die später aus verschiedenen Gründen in die Freiheit entlassen wurden oder entflohen. Hier finden sie keine natürlichen Feinde, dafür aber Nischen, die ihren ursprünglichen Brutplätzen an Felsen ähneln, was zu einer ungehinderten Vermehrung der Taubenpopulation geführt hat. Sie sind somit keine Eindringlinge, sondern Geschöpfe, die durch menschliches Handeln in ihre jetzige Lage geraten sind.

Unsere ethische Verpflichtung:

Als bewusste Wesen liegt es in unserer Verantwortung, Fürsorge für jene zu übernehmen, deren Leben wir beeinflusst haben. Stadttauben suchen unsere Nähe, weil wir ihre Vorfahren einst in diese Welt eingeführt haben. Es ist unsere Pflicht, ihnen ein artgerechtes Leben zu ermöglichen.

Künstlerische Darstellung vom Augsburger Modell – Sie dient der Veranschaulichung – Erstellt mithilfe von DALL·E

„fliegende Ratten“ – „Stadtmythen & Wahrheit“

Die Aussage stammt typischer Weise aus Großstädten wie New York und hat sich seit den 1980ern in den Köpfen vieler Stadtmenschen festgesetzt. Aus Frust über Kot auf Denkmälern oder Balkonen wurde ein Feindbild, doch die Wahrheit ist komplexer. Tauben sind keine Ratten mit Flügeln, sondern intelligente, ortstreue Vögel, die seit Jahrhunderten mit uns leben. Sie halten sich meist dort auf, wo viele Menschen zusammentreffen, wie z.B. Bahnhöfe oder Einkaufscentren. Aus Verzweiflung nehmen sie alles auf was irgendwie essbar scheint, beispielsweise Essensreste oder anderen Menschlichen Hinterlassenschaften), um sich und ihre Küken versorgen können.

Ein echtes Stadtthema also, aber kein Grund für Spott. Wer genauer hinschaut, erkennt: Das Problem sind nicht die Tiere, sondern unser Umgang mit ihnen.


Das Augsburger Modell, eine humane Lösung:

Das Augsburger Modell zeigt uns einen Weg auf, wie wir dieser Verantwortung gerecht werden können. Durch das Aufstellen von Taubenhäusern bieten wir den Tieren Schutz, regulieren ihre Population sanft durch Eiertausch und reduzieren damit auch die Konflikte zwischen Menschen und Tauben.

Ein Aufruf an die Gemeinschaft:

Zeigen wir, dass im Märkischen Viertel das Wohl aller Lebewesen zählt. Lassen Sie uns die Vorurteile überwinden und mit Herz und Verstand handeln. Unsere Stadttauben sind nicht das Problem, sondern ein Spiegel unserer Gesellschaft. Wir haben die Chance, Verantwortung zu übernehmen und zu zeigen, dass Menschlichkeit und Stadtleben Hand in Hand gehen können. Lasst uns gemeinsam handeln, für eine Zukunft, in der wir stolz sagen können: Im Märkischen Viertel lebt es sich gemeinsam besser, für Mensch und Taube.

Weiterführende Informationen:

Für alle, die tiefer in das Thema einsteigen möchten, haben wir eine Liste mit wichtigen Ressourcen zusammengestellt:

Rechtsgutachten zum Taubenschutz: Lesen Sie das Gutachten, das die kommunale Verantwortung für Stadttauben hervorhebt (https://www.berlin.de/lb/tierschutz/stellungnahmen/rechtsgutachten_stadttaubenschutz_rechtlicherstatus_kommunale-pflichten-und-zustaendigkeiten-2.pdf?ts=1682313106).

Eine mögliche Lösung: Das Augsburger Modell (https://youtu.be/A1H3drJoRSk?si=jwzjnzLnS6gNcf_E).


Es folgen Eindrücke, Videos und Fotos von Tauben in unserem Märkischen Viertel:

Tauben im Märkischen Zentrum. Wir bleiben dran, denn das Thema Stadttauben ist für uns nicht erledigt.

An der Überführung am Wilhelmsruher Damm beim Fitnesscenter gab es vor einigen Jahren einen Unfall. Ein großes Fahrzeug riss ein Loch in die Deckenverkleidung. Seitdem nutzen Tauben die Hohlräume als Unterschlupf und Brutplatz. Das Loch wurde später geschlossen und danach die dort befindlichen Luken, durch das Eingreifen aufmerksamer Menschen öffnen lassen, damit die Tiere dort nicht gefangen sind.
Bei der Präsentationsveranstaltung im Fontanehaus haben wir das Thema Stadttauben in der Fragerunde direkt angesprochen. Die Verantwortlichen für das neue Märkische Zentrum/Quartier haben uns zugehört und ihre Kontaktdaten übergeben. Wir werden mit ihnen in Kontakt treten und sprechen konkret über ein betreutes Taubenhaus nach Augsburger Vorbild, über feste Futterstellen und den Eiertausch mit Ehrenamtlichen.

Ziel ist weniger Verschmutzung, planbare Kosten und ein fairer Umgang mit den von uns Menschen geschaffenen Tieren. Wenn es Neuigkeiten gibt, informieren wir dich. Wer sich einbringen möchte, kann sich bei uns melden, wir bündeln Kontakte und Erfahrungen aus dem Viertel.

Ohne Steuerung bleiben Reinigung und Vergrämung teure Daueraufgaben. Mit einem betreuten Angebot lässt sich die Zahl der Tiere langfristig stabilisieren und die Belastung für Anwohnende und Tauben senken. Gute Lösungen entstehen, wenn man hinschaut, dranbleibt und Verantwortung teilt.
Wahrscheinlich denken Tauben mehr als menschen denken
Im Viertel begegnen dir Tauben auf jedem Platz. Manche tragen Verletzungen, manche sind verstümmelt, viele gelten manchen immer noch als „dumm“ oder „instinktgetrieben“. Gleichzeitig gibt es Leute, die überzeugt sagen, Tiere könnten gar nicht richtig denken. Genau an dieser Stelle lohnt sich ein Blick auf das, was die Forschung längst zeigt. Denn Tiere handeln oft bewusster, als viele glauben.

Ein Beispiel, das weltweit Aufmerksamkeit bekam, ist der Schimpanse Santino. Er sammelte am Morgen Steine, bearbeitete sogar Beton, um geeignete Stücke zu haben, und nutzte sie später, wenn Besuchende kamen. Für Forschende war das ein klarer Hinweis auf Vorausplanung, nicht auf eine spontane Gefühlsreaktion. Viele würden jetzt einwenden, dass Schimpansen Primaten sind und damit ohnehin näher bei uns stehen. Doch diese Denkfähigkeit findet sich nicht nur bei unseren nächsten Verwandten. Auch Rabenvögel, also Tiere, die so weit von uns entfernt sind wie die Tauben im Viertel, zeigen ähnliche Fähigkeiten.

Raben verstecken Nahrung an mehreren Orten, beobachten, ob andere Vögel zuschauen, und verändern ihre Verstecke gezielt später. Das ist wahrscheinlich kein Instinkt, das ist strategisches, bewusstes Handeln. Krähen können Werkzeuge bauen und Probleme lösen, die selbst manchen Menschen schwerfielen. Und selbst Tauben, oft übersehen, besitzen ein beeindruckendes räumliches Gedächtnis, erkennen Muster, unterscheiden Gesichter und planen Routen so, dass sie Energie sparen und Gefahren umgehen.
Wenn man das weiß, verändert sich der Blick. Dann sieht man nicht mehr nur ein Tier, das im Alltag übersehen wird. Man erkennt Wesen, die Entscheidungen treffen, Wege abwägen, Erfahrungen speichern. Und eine Taube, die mit verletzten Füßen über den Asphalt läuft, ist plötzlich nicht mehr nur „Stadtvogel“, sondern ein bewusst handelndes Lebewesen, das wie wir nach Sicherheit sucht, mit Schmerzen klarkommen muss und seinen Platz finden will.

Am Ende bleibt die stille Frage, wie viel menschlicher Umgang sich verändern würde, wenn man all diese Tiere nicht als Hintergrund, sondern als Nachbarwesen wahrnimmt.
Geschützt vor Wind und Regen, sitzen sie, Tauben, die sich ihren Platz inmitten des Betons gesucht haben. Sie wirken, als hätten sie sich häuslich eingerichtet, doch in Wahrheit sind sie obdachlos.

Diese kleinen Tunnelgänge am Haus sind für sie das, was für uns ein Zuhause bedeutet: Schutz, Wärme, Sicherheit.

Ihr Dasein erzählt von einer Stadt, die ihnen kein wirkliches Dach bietet, obwohl es möglich wäre. Hätte man an manchen Dächern Taubenhäuser eingerichtet, Orte, an denen Menschen ehrenamtlich nach ihnen schauen, dann müssten sie nicht auf der Straße leben. Sie wären nicht länger geduldet und doch vergessen, sondern gesehen und geschützt.

Es ist an der Zeit, ihnen diesen Raum zu geben. Denn wer den Tauben ein Zuhause schenkt, schenkt zugleich der Stadt ein Stück Mitgefühl zurück.
Fakt: Ohne den Menschen gäbe es keine Stadttauben – Wir haben sie gezüchtet
Eine Taube und ihre Nachbarn vor ihrem Wohnhaus. Im Märkischen Zentrum, dort, wo Gebäude von Kick und der Sparkasse stehen, haben sie einen Ort der Ruhe gefunden. Die aufgerissene Decke des Durchgangs erinnert sie an Felsen, an Schutz und Lebensraum, doch letztlich ist alles, was sie hier umgibt, das Werk des Menschen, der sie schuf, ihre Freiheit nahm und sie nun in einer Welt leben lässt, die sie nie gewählt haben. Das Foto wurde vor ein paar im Märkischen Zentrum geschossen.
Lesernachricht vom 29.9.20225:

Guten Tag,
ich möchte heute etwas teilen. Ich habe zwei verletzte Tauben gefunden, die sich in einem Draht, der an einer Hauswand befestigt war, schwer verfangen hatten. Ihr Zustand war sehr schlimm.

Traurig war für mich, dass viele Menschen einfach an den beiden vorbeigegangen sind, ohne zu helfen. Als ich um Unterstützung bat, bekam ich nur Aussagen wie: „Die überleben das sowieso nicht“ oder „Man sollte sie erlösen“. Doch selbst dann kann man die Tiere doch wenigstens von ihrem Leid befreien und darf sie nicht einfach leiden lassen.

Nur eine Person, die gerade im Dannenwalder Weg gearbeitet hat, hat versucht, mir zu helfen. Ich habe viele Stellen angerufen, aber niemand wollte sich um die beiden kümmern. Am Ende musste ich die Feuerwehr rufen, die jedoch erst nach über einer Stunde kam – während die verletzten Tiere so lange ausharren mussten.

Mit dieser Nachricht möchte ich vermitteln: Ganz gleich, um welches Tier es sich handelt – wenn es verletzt ist, sollte man helfen. Jeder sollte so viel Herz besitzen, dass er ein leidendes Tier nicht ignoriert, sondern zumindest einen Anruf tätigt.

Bitte wendet euch im Notfall zuerst hier, oder an die anderen Stellen, die wir hier im Beitrag verlinkt haben. Nur wenn es gar nicht anders geht, sollte die Feuerwehr gerufen werden um die Leitung nicht zu blockieren.

tauben
Es hatte geregnet und wie wir Menschen Schutz unter dem Vordach der Haltestelle daneben suchen, versammelten sich auch die Tauben, leise, gemeinschaftlich, ohne Absprache. Sie standen nicht nur im Trockenen, sondern auch beieinander, als wüssten sie, dass Nähe nicht nur uns guttut. Vielleicht sind wir gar nicht so verschieden, wenn das Wetter uns stiller macht.
📢 Erschreckender Hinweis aus der Nachbarschaft – Tierquälerei an Tauben?
Uns erreichte eine besorgte Nachricht von Ina, die kürzlich einen Aushang bei der Tierarztpraxis Dr. Blessing in der Quickborner Straße 76 entdeckte. Auf dem Hinweis steht:

„Achtung, Tierquäler unterwegs!
Es werden mit Luftdruckpatronen auf Tauben geschossen!
Wir bitten Sie dringend, jegliche Hinweise oder Beobachtungen umgehend an die örtliche Polizei zu melden, um die Tiere zu schützen und die Täter zu ermitteln.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und Unterstützung!“

Leider ist der Aushang durch Spiegelung schwer lesbar, aber die Botschaft ist klar:

Hier geht jemand mit gefährlichen Mitteln gegen Tiere vor.
Ob es sich um einen aktuellen Vorfall oder wiederholte Taten handelt, ist noch unklar. Ina schreibt:
„Letzten Monat hing der Zettel noch nicht dort. Ich denke, es ist aktuell.

📞 Meldet Beobachtungen direkt an die Polizei.

🕊 Und schützt unsere gefiederten Mitbewohner, die ohnehin genug Herausforderungen haben.
Wenn du etwas beobachtet hast oder betroffen bist, kannst du dich auch gern an uns wenden.
„Zwei Herzen auf Kacheln – Einkaufsbummel im Viertel“

Was für uns nur Alltag ist, der Weg zur Bushaltestelle, ein flüchtiger Blick auf Blumen, ist für sie Teil eines gemeinsamen Moments. Vielleicht ein Spaziergang. Vielleicht ein Ritual. Vielleicht einfach nur das stille Genießen der Welt zu zweit. Diese beiden Tauben erinnern uns daran, dass Leben überall stattfindet, nicht nur in Kalendern, To-do-Listen oder Einkaufswägen. Auch sie führen Beziehungen, haben Vorlieben, gewohnte Wege, vielleicht sogar Lieblingsplätze.
Nicht wir entscheiden, was ein Leben wert ist, das Leben selbst tut es. Und wenn wir genau hinschauen, dann sehen wir: Sie sind nicht weniger als wir. Nur anders. Aber lebendig. Und das zählt. Das Foto haben wir heute im Märkischen Zentrumn Nähe der Bushaltestelle „Märkische Zeile“ geschossen.
Tauben zwischen Vorurteilen und Verantwortung
Stadttauben haben oft einen schlechten Ruf, doch ist ihr Dasein menschengemacht. Dieses Video wirft einen differenzierten Blick auf das Leben der Tauben, ihre Zucht und den Schutz verletzter Tiere. Ein Perspektivwechsel, der zeigt, warum Mitgefühl und verantwortungsvolles Handeln unerlässlich sind.
Ein Ort des Lebens im Verborgenen
Über dem Wilhelmsruher Damm, mitten im Treiben der Stadt, wo täglich der Verkehr rauscht und die Welt rast, haben Tauben einen Zufluchtsort gefunden. In den stillen Hohlräumen der Deckenverkleidung trotzen sie dem Lärm und der Bewegung darunter. Was für uns nur eine Passage ist, ist für sie ein Zuhause, ein Ort, an dem das Leben leise und doch unbeirrbar seinen Weg findet.
Ihre Präsenz erinnert uns daran, dass selbst inmitten von Beton und Hektik das Leben seinen Platz sucht und behauptet. Sie tragen die Last der Stadt mit einer Ruhe, die fast unbemerkt bleibt, und vielleicht lehren sie uns, dass Widerstandskraft oft im Verborgenen wächst. Ein stiller Moment der Natur, verborgen in der Hülle unserer urbanen Welt.
Die weiße Taube ein missverstandenes Symbol der Liebe

Weiße Tauben fliegen oft als Zeichen des Neuanfangs in den Himmel, besonders bei Hochzeiten. Doch dieser romantische Moment hat eine Schattenseite, die viele nicht kennen. Die gezüchteten Tiere sind eigentlich darauf trainiert, nach ihrem Flug zum Heimatschlag (ihrem Zugause) zurückzukehren. Doch in der Realität gelingt das nur wenigen. Orientierungslos und unerfahren geraten sie in eine fremde Welt, die sie selten überleben.
Manche schaffen es, sich einem Schwarm Stadttauben anzuschließen, doch der Weg ist beschwerlich. Hunger, Verletzungen und fehlende Instinkte machen sie zu Außenseitern in der Luft und am Boden. Ihre Symbolik verblasst, während sie mit ihrer Freiheit oft allein gelassen werden.

Wenn du also einmal eine weiße Taube unter grauen Stadttauben siehst, denke daran, dass sie vielleicht eine Geschichte erzählt. Vielleicht wurde sie einst als Zeichen der Liebe freigelassen und hat sich ihren Platz in einer Welt erkämpft, die sie nie wählen konnte. Ein stiller Zeuge für die Widersprüche zwischen unseren Bräuchen und ihrer Konsequenz… Mehr dazu hier: https://www.peta.de/themen/hochzeitstauben/
Die vergessene Geschichte der Tauben
Einst galten Tauben als Symbole für Frieden und als unverzichtbare Helfer der Menschheit. Wir züchteten sie für Nachrichtenübermittlung, Sport und Nahrung, sie waren treue Begleiter in unserer Geschichte. Doch mit der Moderne hat sich unser Blick verändert. Heute werden sie oft nur noch als „Plage“ wahrgenommen, während sie zwischen Beton und Stahl ihren Platz suchen.
Die Hochhäuser unserer Städte, gerade im Märkischen Viertel, ersetzen für sie die steilen Klippen ihrer ursprünglichen Heimat. Für die Taube bleibt der Instinkt derselbe: ein sicherer Ort, der hoch über allem liegt. Doch wir haben vergessen, dass diese Tiere einst Brückenbauer zwischen Menschen waren, sie gaben uns Botschaften, als Technologie es nicht konnte.
Vielleicht ist es Zeit, diese alten Bande neu zu würdigen. Die Taube bleibt, wie die Felsen in ihrer Wahrnehmung, ein stiller Zeuge unserer Geschichte. Und vielleicht, wenn wir in den Himmel blicken, sollten wir uns daran erinnern, dass auch sie eine Heimat suchen, die einst untrennbar mit uns verbunden war.

Der Taubosaurus (erfunden) und die Reise der Evolution

Die Tauben und ihre Reise durch die Evolution – In den stillen, verwinkelten Gassen unserer Städte kreisen sie in Scharen, die Stadttauben, oft übersehen und manchmal verkannt. Doch wie das Bild von unserem erfundenen „Taubosaurus“, das die Essenz von Vergangenheit und Gegenwart in sich vereint, uns zeigt, tragen diese Vögel eine Geschichte in ihren Federn, die weit über unsere Vorstellungskraft hinausgeht.

Die Taube, die wir heute kennen, ist nicht nur ein Wesen der Gegenwart. Sie ist das Produkt einer jahrmillionenlangen Reise durch die Zeit. Die Ahnen dieser Vögel lebten in einer Welt, die vor Urzeiten von riesigen Sauriern beherrscht wurde. Ihre Federn, einst Schuppen, sind ein Echo jener prähistorischen Tage, in denen ihre Vorfahren über den Himmel der Erde glitten. Oder vielleicht eher über die von Pflanzen bedeckten Weiten huschten.

In jedem Flügelschlag der Taube steckt der Puls der Evolution, eine Geschichte, die nicht in den Büchern der Geschichte, sondern im Erbgut dieser Tiere geschrieben steht.

Das Bild ist natürlich nur eine künstlerische Darstellung, die zum nachdenken anregen soll, nicht zum zerreißen.
Stell dir vor, du gehst durch das Zentrum und triffst auf streunende Hunde. Statt Mitgefühl und Rücksichtnahme zu zeigen, werden sie beiseite gestoßen oder mit Gegenständen beworfen, einfach weil sie einst von uns gezüchtet wurden und dann in die Wildnis entlassen wurden, als sie nicht mehr gebraucht wurden. Gleichzeitig gehen wir behutsam mit unserer Haustaube spazieren, sammeln ihren Kot auf und entsorgen ihn ordnungsgemäß.
Die Grafik ist eine Künstlerische Darstellung und dient der Veranschaulichung – Erstellt mit DALL·E
Solltet ihr jemals eine verletzte Taube entdecken, sichert sie wenn möglich und meldet euch bei der Tauben-Notfallmeldung. Die Facebook-Gruppe Unterstützt in solchen Situationen. Den Link zur Tauben-Notfallmeldung findet ihr hier: https://www.facebook.com/groups/223203588124951/ Unsere Gemeinschaft wächst nicht nur durch Nachrichten und Geschichten, sondern auch durch eure aufmerksamen Hinweise. Teilt diesen Beitrag, um das Bewusstsein zu stärken und zusammen für das Wohl unserer gefiederten Freunde zu sorgen.
Anna und die Haustiere: Ein toller Bericht, mit interessanten Fakten und Bildern, nicht nur für die kleinen Bewohner im Viertel sehenswert.
tauben tauben

In diesem faszinierenden Bildwechsel offenbart sich die Dualität der Taubenexistenz. Auf der einen Seite steht die Taube im Märkischen Viertel, umgeben von modernen Hochhäusern, die ihre aktuelle Lebensumgebung repräsentieren. Doch mit einem einfachen Wisch offenbart sich die Wahrheit: Die Taube findet sich gedanklich in einer Felsenlandschaft wieder, umgeben von den majestätischen Klippen, die ihre Vorfahren einst bewohnten. In ihrer Wahrnehmung sind die Hochhäuser keine Betonstrukturen, sondern mächtige Felsen, die sie mit der gleichen Sicherheit und Geborgenheit erfüllen wie die natürlichen Formationen.

Auch eine Variante einem Lebewesen zu zeigen, dass es nicht erwünscht ist. Wenigstens ist sie gewaltlos.
Tauben haben bereits genug Herausforderungen zu bewältigen, sei es durch Katzen, Hunde, Autos, Fensterscheiben, Spannseile von Masten, Spikes und vieles mehr. Es ist nicht notwendig, dass wir Menschen uns in diese Liste einreihen. Besonders diejenigen, die glauben, Tauben seien eine fliegende Rattenplage, sind oft nicht ausreichend informiert, um die offensichtliche Falschheit solcher Behauptungen eigenständig zu erkennen. Hier kommen wir ins Spiel: Wir erklären die Sachlage auf verständliche Weise, um Missverständnisse aus dem Weg zu räumen.
Die Stadttauben trotzen den Spikes, die sie fernhalten sollen. Sie bauen ihre Nester an den Orten, die ihnen am vertrautesten sind. Sie suchen nach einem Sinn in einer Welt, die ihnen feindlich gesinnt ist. Sind sie nicht wie wir? 🕊️
Archivfoto – Ein besonderer Dank geht heute an Juliana, eine aufmerksame Leserin, die uns letztens einen wertvollen Tipp (via Kommentar) gegeben hat. Solltet ihr jemals eine verletzte Taube entdecken, sichert sie bitte und meldet euch bei der Tauben-Notfallmeldung. Diese hilfreiche Ressource bietet Unterstützung in solchen Situationen.

Den Link zur Tauben-Notfallmeldung findet ihr hier: https://www.facebook.com/groups/223203588124951/
Aufklären statt Zusehen – Ein Appell gegen Übergriffe auf unsere schutzbedürftigen Mitbewohner – In den vergangenen Jahren wurde unser Viertel leider Zeuge einer verstörenden Form der Gewalt, die sich gegenüber den schutzbedürftigen Kreaturen richtet, die wir selbst in unsere Umgebung eingeführt haben, den Stadttauben.

Berichte über unbekannte Täter, die Tauben mit Pfeilen attackierten, haben die Herzen unserer Gemeinschaft zutiefst erschüttert. Es ist schwer zu begreifen, wie jemand zu solch grausamen Handlungen gegenüber diesen unschuldigen Geschöpfen fähig sein kann, die letztendlich das Produkt menschlichen Eingreifens in ihre natürliche Entwicklung sind. Wir müssen uns ernsthaft fragen, welche Art von Gesellschaft wir sein wollen, wenn solche Übergriffe gegenüber Lebewesen geschehen, die auf uns angewiesen sind. Nicht nur solche extremen Taten sind verwerflich sondern auch jegliche Form von Gewalt, sei es das Vertreiben mit Stampfen oder Treten.

Gewalt gegenüber Tieren, insbesondere solchen, die sich an unsere Seite gewagt haben, geht über bloße Tierquälerei hinaus. Es ist ein Ausdruck von Mangel an Empathie und Respekt, nicht nur für das Tier selbst, sondern auch für die Verantwortung, die wir als Menschen tragen. Unsere Stadttauben sind mehr als nur Zeugen des städtischen Lebens – sie sind Teil unserer Lebensgemeinschaft, und es liegt an uns, sicherzustellen, dass sie in Frieden und Sicherheit existieren können.
Die Alltäglichkeit des Taubenlebens im Märkischen Viertel

Eine ehrliche Momentaufnahme, die uns die alltägliche Realität des Lebens von Stadttauben im Märkischen Viertel zeigt. Hier stehen sie auf einem Fensterbrett, das Fenster dahinter leicht angeklappt. Doch was ins Auge fällt, ist der Blick auf den Raum dahinter, wo sich weitere Tauben zwischen den Räumlichkeiten verstecken.

Dieses Bild ist weder makellos noch majestätisch, es ist vielmehr ein ungeschönter Einblick in die Herausforderungen, mit denen diese Tiere in unserer urbanen Umgebung konfrontiert sind. Ein Blick, der Verständnis wecken soll, denn das Bild verdeutlicht das grundlegende Dilemma: Stadttauben suchen Schutz und finden manchmal Zuflucht in weniger idealen Orten.

Das Problem liegt nicht bei den Tauben selbst, sondern in der fehlenden Bereitstellung angemessener Unterkünfte. Stadttauben sind Felsbrüter, und unser städtisches Umfeld bietet nicht immer die natürlichen Nischen, die sie benötigen. Diese Vögel haben gelernt, sich in einer Welt anzupassen, die oft nicht für sie gemacht ist.

Das Bild soll uns erstmal dazu anregen, Mitgefühl für ihre Situation zu entwickeln. Wenn wir gemeinsam an Lösungen arbeiten, können wir dazu beitragen, dass Tauben in unserer Gemeinschaft ein angemessenes Zuhause finden. Lasst uns gemeinsam für Verständnis und eine positive Veränderung eintreten.
Ein interessanter Fakt, einige Taubenarten besitzen eine ungewöhnliche Fähigkeit namens „Magnetorezeption“. Diese Fähigkeit ermöglicht es ihnen, das Magnetfeld der Erde wahrzunehmen und sich darin zu orientieren. Forscher haben herausgefunden, dass sich spezielle Zellen oder Moleküle im Auge von Tauben befinden, die auf das Erdmagnetfeld reagieren können. Obwohl Tauben taub sein können, verfügen sie über diese Fähigkeit, die es ihnen ermöglicht, sich während der Navigation zu orientieren, indem sie das Magnetfeld der Erde nutzen. Das Foto haben wir im Jahr 2015 im Märkischen Viertel geschossen.
Am Mittelfeldbecken trifft man sie alle. Enten, die viele aus Kindheitstagen kennen und noch immer instinktiv füttern möchten. Eine Möwe, die hier auffällt, weil man sie eher am Wasser der Innenstadt oder am Hafen erwarten würde. Manchmal auch Schwäne, die ruhig über das Wasser ziehen, oder Kormorane, deren Tauchgänge beeindrucken. Und ganz vorne, fast übersehen, stehen die Tauben. Sie gehören längst zum Bild, ohne noch wirklich wahrgenommen zu werden. Während andere Vögel bestaunt, fotografiert oder kommentiert werden, bleiben sie oft unbeachtet oder umstritten. Dabei zeigt dieses Bild sehr nüchtern, wie unterschiedlich wir mit Tieren umgehen, die sich denselben Raum teilen. Nicht aus freier Wahl, sondern weil wir Menschen ihn so gestaltet haben. Vielleicht lohnt es sich, genau dort noch einmal hinzusehen.

Schau dir dieses Video an, das die gründliche Reinigung eines Taubenschlags zeigt und jeden Schritt detailliert erklärt. Vielleicht wirst du erkennen, dass mit etwas Zeit und Pflege ein Taubenschlag zu einem gepflegten Unterschlupf für Tauben werden kann. Das Video verdeutlicht die Möglichkeit, wie solche Unterkünfte bei richtiger Pflege aussehen können.
Im Kontrast dazu steht das folgende Foto, das die Verschmutzung in manchen Vierteln deutlich macht, wo es keine (wenig) angemessenen „Unterkünfte“ für Tauben gibt. Es verdeutlicht, wie unansehnlich und schmutzig es an manchen Orten sein kann, wenn keine geeigneten Plätze für Tauben vorhanden sind.
taube
Auf dem Foto ist eine Szene aus einem Viertel zu sehen, in dem die Abwesenheit angemessener „Unterkünfte“ für Tauben offensichtlich ist. Der Blick fällt auf einen Bereich, der von Verschmutzung geprägt ist.
Tauben & Heimat: Die individuelle Bindung an Orte – Das Bild zeigt eine weiße Taube mit einzigartigen Merkmalen. An den Seiten ihres weißen Federkleides zeigt sich eine dunkle Stelle, die einem halben Mond ähnelt. Es ist faszinierend zu sehen, wie jede Taube ihre eigenen markanten Eigenschaften hat. Gleichzeitig erinnert uns das daran, dass jedes Lebewesen, ob Taube oder Mensch, seine Einzigartigkeit besitzt. Diese Taube repräsentiert diese wundervolle Individualität, die in unserer Umgebung zu finden ist. Sie begrüßt uns schon seit Jahren, täglich am selben Ort. Wir nennen sie Willi.
Archiv-Foto, es erreichte uns vor einiger Zeit via Soziale Netzwerke.

Dieser fesselnde Bericht bietet eine faszinierende Perspektive, die viele dazu ermutigen könnte, über ihre etablierten Ansichten hinauszublicken. Manchmal ist es eine Herausforderung, neue Ideen anzunehmen, besonders wenn wir uns in gewohnten Denkmustern sicher fühlen. Doch die Vielfalt der Gedanken und die Offenheit für neue Blickwinkel können eine Quelle der Erkenntnis sein. Es ist normal, dass einige Menschen aufgrund verschiedener Gründe zögerlich sind, ihre Standpunkte zu ändern. Dennoch könnte diese Erzählung dazu beitragen, Türen zu öffnen und den Wert einer breiteren Betrachtungsweise aufzuzeigen. Lasst uns gemeinsam die Möglichkeiten erkunden, die uns neue Perspektiven eröffnen können.

16.11.2023 – Ein interessantes Video vom Tierschutzbund. Wir bedanken uns fürs drauf aufmerksam machen.


11.11.2023 – Stadttauben im Blick: Ein überraschender Einblick, der sogar „Taubenhassern“ die Augen öffnen sollte

In dem berührenden Video, das wir heute mit euch teilen, beobachten wir Stadttauben, die sich in einer schmutzigen Pfütze auf einem Parkweg erfrischen. Ein Bild, das bei einigen vielleicht Unbehagen hervorruft, wenn sie an die vermeintliche Unsauberkeit dieser Tiere denken. Aber lasst uns einen Moment innehalten und überdenken, was dieses einfache Bad symbolisiert.

Es ist verständlich, dass nicht jeder die Anwesenheit von Tauben schätzt. Doch, wenn wir genauer hinschauen, erkennen wir, dass auch sie grundlegende Bedürfnisse nach Sauberkeit und Wohlbefinden haben. Dieses Verhalten zeigt uns, dass sie, genauso wie wir, nach einem Stückchen Lebensqualität in unserer gemeinsamen Umgebung suchen.

Vielleicht mag die Vorstellung unangenehm sein, aber in diesem Moment könnten sich einige von uns wiedererkennen. Stellen wir uns vor, wie es wäre, wenn wir in einem schmutzigen, ungepflegten Raum leben müssten. Könnte dies nicht auch eine Veränderung in unserer Sichtweise gegenüber diesen faszinierenden Vögeln bewirken?

Lassen Sie uns gemeinsam überdenken, wie wir als Gemeinschaft dazu beitragen können, dass auch Stadttauben saubere und sichere Plätze finden. Durch Mitgefühl und Verständnis können wir dazu beitragen, Vorurteile abzubauen und eine Umgebung zu schaffen, in der jeder, egal ob Mensch oder Taube, seinen Platz hat.

„Das Projekt „Viertelreporter:in“ wird gefördert durch die Bundesrepublik Deutschland und das Land Berlin im Rahmen des Städtebauförderprogramms Sozialer Zusammenhalt – Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten, unter Beteiligung der Gesobau AG.“

VonLux

10 Gedanken zu „Die Wahrheit über Stadttauben: Einblicke, die Meinungen ändern sollten“
  1. Danke für diesen tollen Bericht über die Taubenproblematik und die entsprechende Lösung dazu – Taubenhäuser, damit sie artgerecht versorgt werden, die Eier gegen Gipseier getauscht und die Täubchen von den Straßen geholt werden. Das ist so wichtig für alle – die Tauben und die Menschen, die sich durch sie gestört fühlen.
    Ein tolles Bild von einem schönen Taubenhaus, so würde man es sich wünschen.
    Lieben Dank an euch!

  2. Im Sinne der Tiere, die Obdachlosen
    unter ihnen , die überall vergrämt werden, steht der Mensch in der Verantwortung etwas zu tun. Das Tier hat ein Recht zu leben und darf nicht für die Fehler und dem Egoismus des Menschen darunter leiden müssen. Es wäre so wünschenswert ihnen einen Platz zukommen zu lassen. Gerade die Hauptstadt sollte mit gutem Beispiel voran gehen.
    Christine T.

  3. Danke für die tolle Aufklärung.
    Man darf bei der ganzen Sache nicht vergessen, dass wir der Taube – so wie sie hier auftritt- auch Eigenschaften angezüchtet haben: zB häufiger zu brüten als es ihre wilden Vorfahren tun. Wir haben auf jeden Fall eine ethische Verpflichtung uns um sie zu kümmern.

  4. danke für diesen wunderbarer artikel…das „Taubenproblem“ wäre so leicht keines mehr und tauben und menschen hätten in zukunft eine friedliches zusammenleben.

  5. Danke für den tollen Bericht. Jedoch bleibt es seitens des Senats ein frommer Wunsch, betreute Taubenschläg zu ertichten, obwohl das Geld hierfür vorhanden ist, um das Augsburger Modell zu realisieren, wenn die Bezirke diese Gelder nichg anfordern. Die wollen das Problem gar nicht lösen, weil die Behörden in den Beuirken die Notwenigkeit nicht sehen wollen. Lieber finanzieren sie das Anbringen von tierschutzwidrigen Spikes an den Gebäuden und liebäugeln mit einem Taubenfütterungsverbot, um die Tiete verhungern zu lassen. Die schönen Pläne bleiben Illusionen. Stürmt die Bezirksbürgermeister! Sonst passiert nie etwas!

    1. du hast wahrsch. leider recht, und das aktuelle drama um die kuendigung der ‚unbequemen, da zu engagierten‘ berliner tierschutzbeauftragten k. herrmann laesst die hoffnung nicht gerade steigen.. 🙁

  6. Vielen Dank für die Aufklärung über ein lange missverstandenes Geschöpf! Tauben haben ein sehr schweres Leben und sind sehr häufig Opfer von grausamer und sinnloser Tierquälerei. Das sollte endlich ein Ende haben und mit Aufklärung fängt es an. Daher ist Ihr Bericht hier sehr viel wert. Es ist eine Binsenweisheit und trotzdem muss man es immer wieder sagen: Tauben spüren Hunger, Schmerz und Kälte genau wie unser Hündchen, unsere Katze und unser Nymphensittich. Sie gehören gut behandelt.

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