Igel brauchen Hilfe. Aber vielleicht anders, als du denkst.

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Ein Igel läuft am Abend über den Weg und verschwindet unter einer Hecke. Wer ihm im begegnet, muss meistens nichts unternehmen. Das Tier ist in seinem Lebensraum unterwegs. Es braucht weder einen Umzug noch vorsorglich einen Platz in unserer Wohnung.

Trotzdem verdienen Igel mehr Aufmerksamkeit. Seit Oktober 2024 gilt der heimische Braunbrustigel auf der internationalen Roten Liste als „potenziell gefährdet“. Die Weltnaturschutzunion IUCN hat damit auf rückläufige Bestände reagiert. Lebensräume werden zerschnitten oder verschwinden, Straßen werden zur Gefahr und Nahrung wird knapper. Auch in Berlin stehen Igel unter Druck.

Unter Hecken und zwischen Blättern

Igel brauchen Deckung. Die finden sie beispielsweise unter Sträuchern, in dichtem Gebüsch oder zwischen Laub und Reisig. Dort können sie tagsüber schlafen, ihre Jungen aufziehen und einen Unterschlupf für den Winter anlegen. Grünflächen zwischen Wohnhäusern können deshalb mehr sein als bepflanzte Abstände zwischen Gebäuden. Sie können Lebensraum sein.

Auch die großen Laubhaufen, die im Viertel bei der Grünpflege zusammengetragen werden, kommen als Verstecke infrage. Ob tatsächlich ein Igel darin sitzt, lässt sich von außen nicht erkennen. Deshalb solltest du solche Haufen nicht auseinanderziehen oder deinen Hund darin stöbern lassen. Ein scheinbar unbewohnter Haufen kann bereits ein Nest enthalten. Gerade jetzt im Herbst ist das wichtig.

Eine Begegnung ist noch kein Notfall

Ein gesunder Igel, der auf Nahrungssuche unterwegs ist, sollte seinen Weg fortsetzen dürfen. Halte Abstand, halte deinen Hund fern und nimm das Tier nicht zum Anschauen oder aus vorsorglicher Sorge mit. Auch ein kleiner Igel ist nicht automatisch hilflos.

Selbst eine Begegnung am Tag bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein Tier gerettet werden muss. Manchmal wurde es aufgescheucht und sucht ein neues Versteck. Wenn ein Igel allerdings sichtbar verletzt ist, torkelt oder teilnahmslos daliegt, ist fachlicher Rat nötig. Dann kannst du dich an eine Igelhilfe oder Tierarztpraxis wenden.

Kontaktdaten zur Igelhilfe findest du hier

Schutz beginnt auch vor dem Mietshaus

Du brauchst keinen eigenen Garten, um Rücksicht zu nehmen. Lass Rückzugsorte ungestört und mache auch Kinder darauf aufmerksam, dass ein Igel ein Wildtier ist, das man beobachten darf, aber nicht anfassen muss.

Wenn dir an deinem Wohnhaus offene Schächte oder andere mögliche Tierfallen auffallen, kannst du sie dem Hausmeister/der Hausverwaltung melden. Du kannst außerdem anregen, Laub unter Sträuchern liegen zu lassen und bei der Grünpflege auf mögliche Verstecke zu achten. Solche Veränderungen helfen den Tieren dort, wo sie leben.

Nicht jede Begegnung mit einem Tier verlangt eine Handlung. Manchmal besteht unsere Verantwortung darin, etwas bestehen zu lassen. Ein Versteck unter einer Hecke, einen Haufen Blätter und den Weg eines Igels durch sein eigenes Zuhause.

ByLux

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