Am Dienstag, den 19. Mai wurde im Stadtteilzentrum im Ribbeck-Haus die Ausstellung „Die Berliner Mauer am Märkischen Viertel“ eröffnet. Bereits vor Beginn um 17 Uhr füllte sich der Raum mit Besuchern aus dem Märkischen Viertel und anderen Teilen Berlins. Viele kamen miteinander ins Gespräch, einige kannten die Orte und Situationen auf den Bildern noch aus eigener Erinnerung.
Die Ausstellung wurde von der Historikerin Elena Demke initiiert und gemeinsam mit Viertelreporter Lux kuratiert. Im Mittelpunkt stehen historische Fotografien des Grenzverlaufs rund um das Märkische Viertel. Zu sehen sind private Erinnerungsfotos von Bewohnern, Pressebilder sowie Aufnahmen aus Archiven und Beständen der Staatssicherheit.
Viele der privaten Bilder wurden von Lesern zur Verfügung gestellt und zum Teil erstmals öffentlich gezeigt. Einige zeigen die Berliner Mauer direkt, andere eher beiläufig im Hintergrund des damaligen Alltags. Gerade dadurch entsteht ein Blick auf das Leben im Märkischen Viertel während der Zeit der Teilung, der über reine Grenzdokumentation hinausgeht.
Zur Eröffnung begrüßte zunächst die Historikerin Elena Demke die Besucher und bedankte sich bei allen Beteiligten, die Fotos beigesteuert oder die Ausstellung unterstützt haben. Anschließend sprach Sandra Sapiatz vom Stadtteilzentrum im Ribbeck-Haus über eigene Erinnerungen an die Zeit der Berliner Mauer. Daraus entwickelte sich auch ein persönlicher Austausch über Erinnerungen und Erfahrungen aus dieser Zeit.
Viertelreporter Lux sprach kurz über die Beweggründe, historische Fotos aus dem Märkischen Viertel zu sammeln und öffentlich zugänglich zu machen. Ziel der Ausstellung sei es auch, Erinnerungen sichtbar zu halten und unterschiedliche Perspektiven auf das Viertel zusammenzuführen.
Die Bilder wurden innerhalb der Ausstellung nach Orten geordnet. Unter anderem finden sich Bereiche zum Dannenwalder Weg, zum Wilhelmsruher Damm und zum Bereich rund um die Lübarser Höhe. Dadurch konnten sich viele Besucher schnell orientieren und bekannte Orte wiederfinden. Unter jedem Bild wurde außerdem die jeweilige Quelle angegeben, sowohl bei privaten Fotos als auch bei Archivaufnahmen.
Zur Vernissage wurde zusätzlich ein Film von Heiko S. mit historischen Aufnahmen aus dem Märkischen Viertel gezeigt. Im Anschluss blieben viele Besucher noch längere Zeit vor Ort, betrachteten die Bilder, tauschten Erinnerungen aus und kamen miteinander ins Gespräch. Immer wieder entstanden kleine Gesprächsgruppen zwischen Menschen, die sich zuvor nicht kannten.
Teil der Ausstellung ist außerdem ein zusätzlicher Bilderrahmen, in den künftig weitere private Erinnerungsfotos eingefügt werden können. Bewohner, die noch eigene Aufnahmen aus der Zeit der Berliner Mauer oder aus dem damaligen Märkischen Viertel besitzen, können sich weiterhin melden und selbst Teil der Ausstellung werden.
Zusätzlich wurde eine Erinnerungstafel aufgehängt, auf der Besucher eigene Gedanken, Erinnerungen oder einzelne Begriffe zur Zeit der Teilung notieren können.
Die Ausstellung „Die Berliner Mauer am Märkischen Viertel“ ist noch bis zum 3. Oktober 2026 im Stadtteilzentrum im Ribbeck-Haus am Senftenberger Ring 54 zu sehen.
Die Ausstellung ist täglich geöffnet. Der Eintritt ist frei.
Montag, Mittwoch, Freitag von 9 bis 16 Uhr und Dienstag sowie Donnerstag von 10-18 Uhr
Danke für das eine Foto in der Beitragsgrafik: Berliner Beauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
